Schon eingeholt? Baugenehmigung für Ihr Gartenhaus

Verfasst von Dirk 5. März 2013 0 Kommentare 4445 Aufrufe

House in green fieldEgal ob Gartenhaus, Holzhütte, Laube oder Schuppen – wer glaubt, dass der Bau eines kleinen Gartenhauses im eigenen Ermessen liegt, wird vielleicht schnell eines Besseren belehrt. So schön und aufwendig der Bau auch gewesen sein mag, ohne die entsprechenden Richtlinien einzuhalten und die nötigen Genehmigungen einzuholen, kann der Traum leider schnell wieder zerplatzen.

Man hat geplant, investiert, geschwitzt und geackert… Nur eines hat man vergessen: Darf ich das überhaupt?

Eigentlich dürfte es doch kein Problem sein, auf dem eigenen Grundstück ein einfaches kleines Häuschen zu erbauen. Aber das öffentliche Baurecht setzt Grenzen.

Der Traum vom eigenen Gartenhaus

Wer keine Erlaubnis hat und bestimmte Anforderungen nicht erfüllt, muss damit rechnen, das Gartenhaus wieder entfernen zu müssen. Der Erbauer schaut stolz auf sein Werk, um dann der bitteren Wahrheit ins Auge zu sehen, dass alle Mühe umsonst war. Der Bau muss wieder weg. Und alles nur, weil man sich im Vorfeld nicht ausreichend informiert hat. Auch wer ein eigenes Grundstück besitzt, kann nicht nach Belieben bauen. Viele Gartenhäuser benötigen eine entsprechende Baugenehmigung. Wer sich Ärger ersparen möchte, sollte sich also im Vorfeld gut informieren.

Zuerst müssen Sie die Bauordnungen der jeweiligen Bundesländer beachten, da diese oft unterschiedlich sind. Hinzu kommen noch diverse kommunale Regelungen. Informieren Sie sich am besten vorab beim örtlichen Bauamt über die geltenden Vorgaben der Bauordnung und die jeweiligen kommunalen Vorschriften.

Reiht sich Ihr Bauvorhaben nämlich nicht in die der Nachbarschaft ein, kann es gut sein das Sie sich der Bebauungsart anpassen müssen.

Genehmigung nötig?

Fotolia_35206231_geschnittenNur Bauten ohne Wohn- oder Aufenthaltsraum und Toiletten sind genehmigungsfrei. Es darf nicht die Möglichkeit bestehen, dort auch wohnen zu können.

Die erste Frage die Sie sich jedoch stellen sollten: Brauchen Sie ein frei aufgestelltes Häuschen oder soll es ein Fundament haben?

Frei aufgestellte Gartenhäuser oder Schuppen, sprich ohne Fundament, die eine maximale Höhe von 2,5 Meter haben und eine Fläche von 3 x 4 Metern (gelegentlich nur bis 10 m²), benötigen oftmals keine Genehmigung. Zusätzlich sollten Sie die Grenzabstände der geltenden Bauordnung einhalten. Meist beträgt der Abstand dabei jeweils 3 Meter zu beiden Seiten in Richtung Nachbargrundstück. Wenn das Gartenhaus jedoch ein Fundament besitzen soll, ist hier meist schon eine Erlaubnis von Nöten.

Grundsätzlich ist es ratsam, sich vor dem Bau eines Gartenhauses oder Schuppens beim Bauamt nach den Verordnungen und Regelungen zu erkundigen. Nebenanlagen, also Gartenhäuser, dürfen sich nur innerhalb festgelegter Baugrenzen bewegen. In sogenannten Bebauungsplänen ist festgelegt, welche Anforderungen ein Neubau eines Grundstückes erfüllen muss. Dabei kann es auch vorkommen, dass innerhalb einer Stadt, Gemeinde oder Kommune – je nach Lage – unterschiedliche Anforderungen gelten.

Eine Ausnahme stellen übrigens Kleingartenanlagen dar. Diese haben in der Regel bereits im Vorfeld vereinbarte Ordnungen. Hier gilt das Bundeskleingartengesetz, wonach eine Gartenlaube max. 24 m² Grundfläche einschließlich Terrasse haben darf.

Was sagt der Nachbar?

1096837000_prod_001Auch ein nicht zu unterschätzendes Hindernis kann manchmal sogar die eigene Nachbarschaft sein. Sollten gewisse Abstände zum Grundstück oder Grenzen nicht eingehalten werden, kann eine Klage die Folge sein. Vielleicht ist der Nachbar aber auch der Meinung, dass Ihr Vorhaben nicht mit dem öffentlichen Baurecht übereinstimmt oder sich ihr Gartenhaus nicht in das Gesamtbild einreiht. Suchen Sie frühzeitig das Gespräch mit Ihrem Nachbarn, um eventuellen Streitigkeiten Einhalt zu gebieten. Prüfen Sie gegebenenfalls auch die entsprechenden Bebauungspläne.

Wo und wie bekomme ich eine Genehmigung?

Ein formloser Antrag beim zuständigen Bauamt ist ausreichend. Dieser Antrag muss beinhalten, welche Materialien verwendet werden sollen, wie groß das Gartenhaus werden soll und wo auf dem Grundstück der Bau geplant ist. Dabei müssen in einen Lageplan zusätzlich Abstände und Grenzen definiert werden. Sollten alle nötigen Anforderungen erfüllt werden und mit den greifenden Regeln und Vorgaben konform sein, dürfte einer Genehmigung nichts im Wege stehen.

Fazit: Der erste Schritt sollte immer die Rücksprache mit dem Bauamt sein. Und auch das Gespräch mit dem Nachbarn keinesfalls außer Acht lassen.

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Über Dirk

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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