Ameisen: nützlich, aber leider auch oft lästig, was tun?

Sie gehören zu den stärksten sowie nützlichsten Lebewesen auf der Welt und brechen in ihrer Art eindrucksvoll so manche Rekorde: die Ameisen! Sie können in ihrer Winzigkeit je nach Größe und Art Objekte bis zum Hundertfachen ihres eigenen Körpergewichts tragen. Fleißig und engagiert beeinflussen Ameisen die Natur und Umwelt positiv und nachhaltig auf vielfältige Weise. Jedoch im eigenen Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon wandern und agieren Ameisen oft unerwünscht und lästig. Es gibt einige Wege und Mittel Ameisen aus dem direkten menschlichen Umfeld und bestimmten Bereichen im Garten zu verweisen.

Ameisen – sowohl Nützling als auch Schädling

Ameisen, wissenschaftlich als “Formicidae” bekannt, sind eine Familie der Insekten und gehören zum Stamm der Gliederfüßer sowie in die Ordnung der Hautflügler. Es existieren mehr als 12.000 verschiedene Arten von Ameisen auf der Erde, wovon 200 in Europa beheimatet sind. In deutschen Gärten bewegen sich vorwiegend Arten wie die schwarze Wegameise, die gelbe Wegameise, die Honigameise, die Blatt- und Grasschneideameise oder die rote Waldameise.

Als Nützling schichten sie obere Erdschichten um, lockern durch Gangsysteme den Boden auf, düngen die Erde mit Biomasse, unterstützen das Wachstum der Pflanzen, verbreiten Samen, bekämpfen und fressen viele schädliche Insekten und regulieren die Vorkommen anderer Arthropoda wie Tausendfüßer, Spinnen, Krebstiere und Milben. Während die Honigameise bevorzugt in hohlen Teilen von Laubbäumen wie Linde, Eiche oder Birke nistet, dort Pilze züchtet und eher selten lästig wird, können Arten wie die schwarze und gelbe Wegameise Ihnen weitaus häufiger begegnen, als Ihnen im eigenen Garten lieb ist.

Die schwarze Wegameise (Lasius niger) ernährt sich von dem Honigtau der Blattläuse, Schildläuse, Zikaden und Blattflöhe, weswegen sie diese Insekten zum Leidwesen der Gärtner schützt, züchtet und auf andere Pflanzen umsiedelt. Des Weiteren bauen sie ihre Nester gerne unter Pflasterflächen, Steinen, im Terrassenbereich und wandern auch gern in Häuser. Die gelbe Wegameise hingegen baut sich ihr Nest unter Rasenflächen und in der Erde, wobei sie auch häufig Erdhügel in der Größe eines Maulwurfshügels aufschüttet. Unterirdisch züchtet sie Kolonien von Wurzelläusen, von dessen Honigtau sie sich vorwiegend ernährt. Gefährlich wird die “Rote Gartenameise”, die mit einem Giftstachel ausgerüstet ist, dessen Inhalt, bekommt man ihn zu spüren, neben einem Brennen und Juckreiz schwerwiegende allergische Reaktionen auslösen kann. Als Allesfresser lebt sie von Aas, Insekten, Nektar verschiedener Blütenpflanzen und Elaisomen, fettreichen Anhängseln an pflanzlichen Samen, die die Verbreitung der entsprechenden Pflanzen beeinflussen.

Die winzigen Tiere in ihren unterschiedlichen Arten können dem Garten wohl tun aber auch schaden. Lästig werden sie, wenn sie ins Haus kommen, Ameisenstraßen und große Nester im Aufenthaltsbereich anlegen oder den Menschen kontaktieren.

Bekämpfung der Ameisen in Heim & Garten

Inwiefern die ansässigen Ameisen aus dem Garten oder Wohnbereich entfernt werden sollen, hängt von dem Verhältnis aus Nutzen und Schaden ab und liegt im Ermessen des Einzelnen. Möchten Sie die winzigen Lebewesen einfach nur vom Haus vertreiben, bieten sich naturgemäße Wege an:

  • Ameisen umsiedeln
  • mögliche Nistplätze für Ameisen unattraktiv gestalten und versperren
  • Ameisen vertreiben durch Barrieren aus natürlichen Mitteln wie Kreide, Gartenkalk, ätherischen Ölen und Duftstoffen wie Lavendel, Zimt, Chilipulver, Thymian oder Zitronenschalen
  • Ameisen ertränken, Nest überschwemmen oder mit Jauche aus abgestandenem Wehrmutkrautwasser bekämpfen
  • Raupenleimringe an Baumstämmen verhindern, dass Ameisen Blattläuse pflegen und züchten

Bei der Umsiedlung der Ameisen wird ein Blumentopf mit Erde oder Holzwolle gefüllt und mit der Öffnung nach unten auf ein Ameisennest oder eine Ameisenstraße gelegt. Nach einer gewissen Zeit siedeln Ameisen samt Puppen in den Blumentopf um. Anschließend wird der Topf mit einem Spaten aufgehoben und mindestens 35 Meter von der Ursprungsstelle abgelegt, damit die Ameisen nicht zurückkehren. Kennen Sie die für Ameisen bevorzugten Nistplätze und Durchgänge wie Fugen, Spalten, Pflasterflächen, Ritzen und Steine können Sie diese mit beispielsweise speziellem Mörtel auf Kunstharzbasis, Lehm, Silikon oder Leim entsprechend abdichten. Ist das Ziel, das jeweilige Ameisenvolk unschädlich zu machen, helfen auch wirkungsvolle Mittel wie die Köderdose Loxiran Ameisen-Buffet oder das Celafor Ameisen-Spray.

Bei chemischen Mitteln ist darauf zu achten, dass diese nicht auch dem Garten und dem Menschen schaden. Die Bekämpfung mit giftigen Bioziden muss eine professionelle Fachkraft durchführen. Bei der Bekämpfung ist es wichtig, auf die Ameisenart zu achten, denn Ameisen wie die Waldameisen stehen unter Naturschutz.

Ameisen unterstützen aufgrund ihrer Natur das Ökosystem und sind auch für den eigenen Garten nützlich. Avanciert der Ameisenbefall im Garten oder rund um den Wohnbereich jedoch zu einer extrem lästigen oder schädlichen Situation, können Ameisen auf natürlichem wie auch chemischem Wege mit wirkungsvollen Mitteln umgelenkt, vertrieben oder getilgt werden.

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Über Jörn

Jörn

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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