Chili und Co. – Das pfeffert!

Pfeffer und Chili sind nicht nur scharf und lecker, sie besitzen obendrein eine aphrodisierende Wirkung und sind überaus gesund! Die beiden Scharfmacher finden sowohl in der Küche, als auch in der Medizin ihren Einsatz. Sie besitzen Inhaltsstoffe, die schon fast als Universalheilmittel bezeichnet werden können. Und dabei sind Pfeffer oder Chili längst nicht so schwer anzubauen, wie man vermuten mag. So wollen wir die beiden Kraftwunder mal etwas näher betrachten und erklären, wie Sie die Beiden ganz leicht selbst anbauen können.

Pfeffer – Das magische Korn

Pfeffer als magisches Kraut und Chili als Zierpflanze, so begannen die Karrieren von Piper Nigrum (Echter Pfeffer) und Capsicum (Paprika/Chili). Die namentliche Anlehnung an die Inhaltsstoffe ist gewollt: Pfeffer besitzt den Inhaltsstoff Piperin, Chili das Alkaloid Capsaicin, was ihm auch seine Schärfe verleiht.
Die beiden Scharfmacher finden zusammen eine schier unendliche Bandbreite an positiven homöopathischen Wirkungen, so dass wir der Meinung sind, sie dürfen in keinem Haushalt fehlen.
Sie werden um das ein oder andere Mal staunen, was sich in den beiden für Kräfte verbergen.

Pfeffer fördert die Ausschüttung des Glückshormons Endorphin, regt die Verdauung und Fettverbrennung an, hilft bei Krämpfen oder rheumatischen Schmerzen und lindert Husten. Außerdem verleiht es eine reine Haut, hemmt das Wachstum von Bakterien und eignet sich hervorragend als Insektenschutz. Nur die sogenannte echte Pfefferpflanze hat diese Eigenschaften. Pfeffersamen bestehen im Wesentlichen aus verschiedensten ätherischen und fetten Ölen. Ein kleiner Alleskönner mit großer Wirkung.

Die scharfe Schote

Chili kann da locker mithalten! Wie Pfeffer wird auch Chili bei rheumatischen Schmerzen eingesetzt. Aber es kann noch mehr: Es fördert die Durchblutung, wirkt desinfizierend, enthält Vitamin A, B und C sowie Kalium und Kalzium und stärkt das Herz. Es soll sexuelle Kraft verleihen, bei Migräne helfen und schlank machen. Chili wirkt keimtötend, schmerzlindernd und stimulierend auf die Nerven und hilft bei Kreislaufbeschwerden sowie Magengeschwüren oder Blähungen. Nein, das ist noch nicht alles!
Chili verbessert zudem die Blutzirkulation, beugt Asthma und Alzheimer vor oder kann bei einem Schock helfen. Es besitzt eine unglaubliche Geschmacksvielfalt und unterstützt den Geschmack anderer Gewürze.

Pfeffersorten

Es gibt echte und falsche Pfeffersorten. Zu den echten gehören grüner, schwarzer, weißer und roter Pfeffer. Zu den falschen rosa Pfeffer, Szechuanpfeffer sowie Piment (auch Jamaicapfeffer genannt).

Falls Sie sich fragen sollten, welcher Pfeffer es denn nun werden soll, können wir Sie beruhigen. Grüner, schwarzer, weißer und roter Pfeffer stammen allesamt von derselben Pflanze. Lediglich die Erntezeit bzw. der Reifegrad und die Verarbeitung sind entscheidend für die unterschiedlichen Aromen.

•    Grüner Pfeffer ist der mildeste mit einer Art Frische. Er wird aus den noch unreifen grünen Früchten gewonnen. Die grüne Farbe behält er, indem man ihn direkt nach der Ernte in Salzwasser einlegt, gefriertrocknet oder bei sehr hohen Temperaturen trocknet. Aber auch frisch ist er immer häufiger erhältlich.

•    Schwarzer Pfeffer ist relativ scharf und besitzt viel Aroma. Auch der schwarze Pfeffer wird im noch unreifen Zustand geerntet. Ihre Farbe und runzlige Beschaffenheit erhalten die Körner beim trocknen.

•    Weißer Pfeffer ist sehr scharf, wenn auch weniger aromatisch. Gewonnen wird er aus voll gereiften, anfangs noch roten Pfefferbeeren. Damit sich die rote Schale löst,  werden die Beeren in fließendem Wasser eingeweicht und anschließend getrocknet.

Red hot chili peppers displayed•    Roter Pfeffer hat unbehandelt die Frische von grünem Pfeffer und die Würze des schwarzen Pfeffers. Er wird ebenfalls voll reif geerntet, behält aber seine rote Schale. Getrocknet ist er schwer erhältlich und teuer, da die Herstellung sehr aufwendig ist. Neben allen Vorzügen des schwarzen Pfeffers besitzt er übrigens noch eine ausgezeichnete und einmalige Süße.

Chilisorten

Es gibt hunderte Chilisorten! Aufgrund dieser unermesslichen Artenvielfalt, haben wir eine Auswahl der besten selektiert. Hier ist garantiert für jeden Geschmack etwas dabei.

•    Poblano ist eine vergleichsmäßig milde Chilisorte mit einem charakteristischen Aroma von Pflaumen und Tabak. In seiner ausgereiften Form ist er rot-braun, fast schon schwarz. Getrocknet ist er auch bekannt unter dem Namen Ancho. Poblano ist mit 15 cm Länge groß und ein mexikanischer Chili. Wird er grün geerntet, so kocht oder schmort man ihn.

poblano

 

 

•    Cherry (Kirschpaprika) ist mäßig oder wenig scharf und erinnert sehr an den charakteristischen Geschmack von roter Paprika. Den Namen verdankt die Schote ihrem Aussehen, da sie Cherry-Tomaten sehr ähnelt. Cherry stammt aus Ungarn und wird dort traditionell mit Frisch- oder Weichkäse gefüllt. Nicht zu verwechseln ist diese Sorte mit Cherry Bomb, die um einiges schärfer ist.

cherry

 

 

 

•    Jalapeño ist ein mittelscharfer Chili, der sich äußerster Beliebtheit erfreut. Er ist ein absoluter Klassiker und typisch mexikanisch. Er wird meist grün geerntet, wobei man ihn auch rot ernten kann. Seine Schoten werden ca. 7 – 8 cm lang und sind hier meist eingelegt erhältlich. Jalapeño eignet sich für Nachos, Poppers, Salsas oder paniert, frittiert und gefüllt.

jalapeno

 

 

•    Cayenne hat eine eher beißende Schärfe und ist bitter im Geschmack. Er besitzt ein leicht rauchiges Aroma und wird meist in Pulverform genutzt. Cayenne ist ein klassischer roter Chili und stammt aus Mexiko. Je nach Sorte sind die Schoten 5 – 20 cm lang.

cayenne

 

 

•    Habanero ist  ein extrem feuriger Spaß! Die Schoten sind äußerst scharf und haben ein sehr vielseitiges fruchtiges Aroma. Sie erreichen eine Länge von ca. 2,5 – 6 cm. Auch Habanero stammt aus Mexiko und wird oft für Salsa und Saucen genutzt. Die Schoten sind meist Orange, manchmal auch rot.

habanero

 

 

Nun verraten wir Ihnen noch, wie Sie Pfeffer und Chili selbst anbauen können.
Zum Schluss haben wir außerdem noch eine kleine besondere Pflanze, von der Sie bestimmt noch nicht gehört haben. Dekorativ und auch noch lecker. Das sollten Sie nicht verpassen.

Chili und Pfeffer selbst anbauen

Pfeffer kann zu einer sehr großen und buschigen Pflanze heran wachsen. Ideal ist ein Standort im Wintergarten, denn er liebt es hell und warm. Selbst im Winter braucht er Temperaturen, die nicht unter 19 ° C fallen dürfen. Raus sollte der Pfeffer also nur an richtig warmen Tagen. Wer sich bemüht, kann mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und Pflege einen schönen Pfefferbusch heranziehen.

Die Direktsaat von Pfeffer ist nicht ganz leicht, da die Samen keimfähig schwer erhältlich sind. Hat man frische Samen ergattert, können Sie aber direkt ganzjährig gesät werden. Wichtig ist, dass Sie einen warmen und hellen Ort erkoren haben.
Oft wird auch auf Stecklinge zurückgegriffen, wofür Sie dann am besten einen relativ kräftigen Trieb aussuchen. Der Trieb sollte etwa 30 cm groß sein und wird einfach direkt in die Anzuchterde gesteckt. Zusätzlich können Sie ihn mit einer Plastikplane abdecken, die Sie erst entfernen, wenn der Steckling anfängt auszutreiben.

Als Boden empfiehlt sich ein lockeres Gemisch aus Sand und Humus. Gedüngt wird monatlich und gegossen regelmäßig, aber nur gering. Pfeffer mag zwar feuchten Boden, doch darf keine Staunässe entstehen, welche die Wurzeln faulen lassen. Im Winter ist es wichtig, zwischen dem Gießen längere Pausen einzulegen, damit das Substrat trocknen kann.
Chili selbst anbauen

Die Samen von Chili sind leicht erhältlich. Dafür benötigen Sie lediglich die Samen von gekauften Chilis. Es hilft übrigens, diese vorher 2 Tage in Kamillentee einzuweichen. Sie keimen dann schneller. Der Standort sollte so sonnig wie möglich sein und schön warm. Die Aussaat erfolgt im Frühjahr, am besten schon im Januar.

Nehmen Sie normale Anzuchterde, achten Sie aber darauf, dass diese schön locker und durchlässig ist. Chilis lieben die Hitze und keimen oft erst ab einer Temperatur von 25 °C nach 1 – 2  Wochen. Sobald sich 2 Blattpaare gebildet haben, ist das Pflänzchen groß genug, um umgetopft bzw. pikiert zu werden.

Wie beim Pfeffer, sollte die Chilipflanze nicht zu viel gegossen werden, da sonst die Wurzeln faulen könnten. Chili ist aber im Gegensatz zu Pfeffer weniger empfindlich für Kälte. Im Sommer kann der Chili raus, sobald die Temperaturen nicht mehr unter 5 – 6 °C fallen. Düngen ist nicht nötig –  wenn dann nur sehr wenig.

Nach ungefähr 2 Monaten dürften die Pflanzen dann auch anfangen zu blühen. Chili ist äußerst dekorativ und bekommt kleine weiße Blüten. Ernten kann man die Chilis aber erst um den August rum.

Wasserpfeffer – Unser Tipp!

Ein absoluter Hingucker und auch noch pflegeleicht ist die Pflanze des sogenannten Wasserpfeffers (Persicaria hydropiper). Zugehörig zur Gattung der Knöteriche, ist er auch eine Gewürzpflanze.

Wasserpfeffer kann eine Wuchshöhe von fast 1 Meter erreichen, lebt nur einjährig, produziert aber viele Nachkommen. Die Samen können Sie bei niedrigen Temperaturen von etwa 2 °C in Wasser einlegen oder im nächsten Jahr einfach die auf den Boden gefallenen Samen sich selbst aussäen lassen.

Er keimt etwa im April und blüht von Mai bis Oktober. Die Blüten sind von weiß über rosa bis rot. Wer Glück hat, kann mit ein bisschen Pflege den Wasserpfeffer auch im Haus überwintern lassen.  Am wohlsten fühlt er sich in einem lehmigen oder sandigen Boden und einem sonnigen Plätzchen.

Er hat rote Stängel und die grün-roten Blätter besitzen eine prickelnde Schärfe. Er bildet außerdem rotbraune Samen, die getrocknet ebenfalls verspeist werden können. Wasserpfeffer mag es, wie der Name vermuten lässt, sehr feucht und hat einen pfeffrigen Geschmack.

Wir hoffen, wir haben Ihnen einen kleinen Anreiz geben können, den kleinen feurig scharfen Pflanzen mehr Beachtung zu geben. Interessant, dass Chili und Co. mehr können, als nur auf der Zunge brennen.

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1 Kommentar

  1. Birgit
    - 18. März 2014
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    Sehr informativ! Mein Mann liebt ja Chili, das kommt bei ihm in fast jedes Gericht, aber ich hab noch nie vorher drüber nachgedacht das selbst anzubauen….vielleicht kann ich ihm ja so eine kleine Freude bereiten 😉

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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