Der Balkon-Naschgarten – Tomaten-Anbau leicht gemacht

So wird der Balkon zum Tomatengarten

Die Tomate ist das unangefochtene Lieblingsgemüse der Nation und gehört einfach in jeden Gemüsegarten. Das pflegeleichte Nachtschattengewächs, von dem Sie ab Ende Juli bis zu zwei Kilogramm reife Tomaten ernten können, lässt sich aber auch problemlos auf dem Balkon in Töpfen anbauen, womit jeder in den Genuss der hocharomatischen Früchte aus eigenem Anbau kommen kann.

Das Mikroklima muss stimmen

Als ausgesprochene Sonnenanbeter verlangen Tomaten nach einem vollsonnigen Standort, der sogar der brennenden Mittagssonne ungeschützt ausgesetzt sein darf, was für viele andere Pflanzen problematisch ist. Mit einem Süd- oder Südwestbalkon legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Tomatenzucht. Selbst in oberen Stockwerken fühlen sich Tomaten wohl, sofern Sie für einen ausreichenden Witterungsschutz sorgen. Denn Regen und Wind mögen Tomaten gar nicht. Der ideale Standort ist direkt an der Hauswand. Hier stehen Ihre Tomaten optimal vor Niederschlägen geschützt. Mit zunehmender Höhe kann es recht windig sein, was zum Austrocknen der Pflanzen führt. Dann sollten Sie der Hauptwindrichtung entsprechend einen Windschutz, wie Bambusmatten oder einen Paravent aus durchsichtigen Kunststoffplatten, aufstellen und gut verankern. Der Platz an der Hauswand hat noch einen weiteren Vorteil. Während des Tages speichert die Wand viel Wärme und gibt diese in den Abend- und Nachtstunden langsam an die Umgebung und somit auch an die Tomaten wieder ab.

Den Tomatengarten auf dem Balkon planen

Tomaten haben einen gewissen Platzanspruch. Im Garten müssen Sie je nach Sorte 40 bis 80 Zentimeter Pflanzabstand einhalten, damit sich die Pflanzen gut ausbreiten können und ausreichend belüftet sind. Auf dem Balkon hat jede Tomatenpflanze dafür ein separates Pflanzgefäß. Im Garten bevorzugen Tomaten einen mindestens 30 Zentimeter tiefen, gelockerten, sehr nährstoffreichen Boden, weshalb Sie sich für einen mindestens 15 Liter großen Kübel mit 30 Zentimeter Höhe entscheiden sollten. Je größer das Pflanzgefäß ist, desto wohler werden sich Ihre Tomaten darin fühlen. Bedenken Sie aber, dass ein einzelner oder mehrere bepflanzte und bewässerte Töpfe ein beachtliches Gewicht haben, das auf Ihrem Balkon lastet. Denn die Sonnenanbeterin, die in einem gleichmäßig feuchten Substrat am besten wächst, hat einen hohen Wasserbedarf, der mit zunehmender Sonnenintensität und Hitze steigt. Um dann keine Trockenperioden aufkommen zu lassen, müssen Sie Ihre Topftomaten bis zu zweimal täglich im Wurzelbereich gießen. Durch Feuchtigkeitsschwankungen, einen niedrigen pH-Wert oder einen zu hohen Kalium-, Magnesium-, Ammonium- oder Natriumgehalt können Tomaten platzen oder einen Kalziummangel erleiden, bei dem sich die Früchte braun verfärben und ledrig werden.

Balkontomaten pflegen und ernten

Tomaten sind Starkzehrer, für die Sie jährlich ein Substrat aus Blumenerde, alternativ Gemüse- und Tomatenerde, und reichlich Kompost oder Hornspänen herstellen müssen. Für eine bessere Durchlässigkeit können Sie dem Substrat etwas Blähton beimischen, zu viel macht die Erde aber zu locker und die Tomatenpflanze kann sich nicht ausreichend verankern. Beim Befüllen decken Sie die Löcher im Topfboden mit Tonscherben ab und füllen eine dicke Drainageschicht aus Kies ein, die das Pflanzgefäß gleichzeitig beschwert. So kann überschüssiges Wasser abfließen, ohne dass sich die Löcher mit Erde zusetzen.

Nach den Eisheiligen pflanzen Sie die Tomatenpflanze, wie die BIO-Fleischtomate “Garance” F1.2, in die Topfmitte ein. Unveredelte Jungpflanzen setzen Sie fünf Zentimeter tiefer als bisher und leicht schräg zum Pflanzstab ein, so bilden sich mehr Seitenwurzeln. Veredelte Tomatenpflanzen dürfen Sie nicht tiefer als bisher einpflanzen, da sonst die Unterlage austreibt und die Edelsorte verdrängt. Den zwei Meter langen Tomatenspiralstab stecken Sie sofort mit der Tomate in das Pflanzgefäß, möglichst bis auf den Bodengrund. Hieran binden Sie Ihre Tomate alle 20 bis 30 Zentimeter an, damit diese nicht unter ihrem Eigengewicht oder Windeinfluss abknickt. Lassen Sie einen Gießrand und drücken Sie vor dem Angießen die Tomate gut an.

Für die Topfkultur eignen sich aber auch noch viele andere Tomatensorten und -raritäten, die Sie aus Samen selbst ziehen können und einige Sorten, wie Buschtomaten, sind sogar so gezüchtet, dass bei diesen das Ausgeizen entfällt. Beim Ausgeizen werden alle Seitentriebe mit etwa zwei Zentimeter Länge ausgebrochen. So kann die Tomate mehr Energie in die Früchte stecken, was sich im Geschmack bemerkbar macht. Mit der Anzucht müssen Sie schon im März auf der Fensterbank beginnen und die Jungpflanzen vor dem Auspflanzen ein paar Tage abhärten. Das Jiffy Tomaten-Treibhaus mit 16 Quelltöpfen bietet Ihnen alles für einen optimalen Keimstart von größeren Gemüsepflanzen, wie Tomaten. Die fünf Zentimeter großen Torfquelltöpfe ersparen Ihnen außerdem das erste Pikieren.

Trotz der guten Grunddüngung des Substrats wird nicht der gesamte Nährstoffbedarf der Tomate abgedeckt. Daher müssen Sie, sobald sich die ersten Blüten zeigen, wöchentlich mit einem Gemüsedünger, wie dem SCHACHT BIO-Dünger für Gemüse, entsprechend der Düngeempfehlung nachdüngen.

Tipp: Durch leichtes Schütteln fördern Sie die Bestäubung.

Auch im Topfgarten kommen Sie um Bodenlockerung und Unkrautzupfen nicht herum. Diese Arbeiten können Sie sich durch Mulchen vereinfachen. Als Schädlingsschutz pflanzen Sie Kapuzinerkresse oder Tagetes unter.

Wenn die Sonne fehlt

In verregneten und trüben Sommern wollen Tomaten nicht so recht gedeihen. Meist kommt es dann zur Kraut- und Braunfäule, die zu Blattverfärbungen führt und die Früchte ungenießbar macht. Als Balkontomatengärtner nutzen Sie bereits die Vorteile der Südseite, wo Ihren Tomaten jede Sonnenstunde zugutekommt und den wettergeschützten Standort an der Hauswand. Um diese positiven Effekte zu verstärken und Ihre Tomaten vor der Braun- und Krautfäule zu bewahren, können Sie diese in ein Tomatengewächshaus, wie das Relaxdays Tomatengewächshaus, stellen, das Sie jederzeit nachträglich aufstellen können. Unter der schützenden Hülle entsteht ein günstiges Kleinklima, das selbst bei schlechten Witterungsbedingungen im Herbst Tomaten reifen lässt.
Tipp: Kappen Sie im Spätsommer die Spitze zwei Blätter über dem letzten Fruchtstand, damit die Früchte noch reifen. Vor den ersten Nachtfrösten müssen Sie aber auch alle unreifen Tomaten ernten und an einem dunklen, warmen Ort langsam oder auf der sonnigen Fensterbank schnell nachreifen lassen. Oder legen Sie die letzten grünen Tomaten in mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürztes Essigwasser ein.

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4 Kommentare

  1. Avatar
    Günter Bimpage
    - 22. April 2015
      -   Antworten

    Die Texte und Infos sind gut, aber es fehlt – als Hinnweis für den Webseitengestalter – die Möglichkeit diesen Text auch aus zu drucken!!!

    Das gehört in so einem Fall zum Standard.

    MfG
    G. Bimpage

    • Avatar
      Cara Maria
      - 23. April 2015
        -   Antworten

      Hallo, vielen Dank für den Hinweis. Das schauen wir uns mal an, wie wir die Handhabung da für Sie als Leser vereinfachen können. Liebe Grüße, Cara

  2. Avatar
    Günter Bimpage
    - 21. April 2019
      -   Antworten

    Nach 4 Jahren haben Sie es immer noch nicht geschaft die Seite druckbar zu machen.
    Für den Fall, dass Sie Nachhilfe benötigen, hier die Druckanweisung:

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    Mfg
    G. Bimpage

    • Petra Diehl
      Petra Diehl
      - 24. April 2019
        -   Antworten

      Hallo Günter, danke für Deine Anregung wir werden dieses an die Entwicklung weitergeben, sodass in absehbarer Zeit ein Druck hoffentlich möglich ist. Gruß Petra

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Jörn

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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