Der Maikäfer läutet den Sommer ein

Wenn der Löwenzahn seine ersten Blüten zeigt, geht es los, der Maikäfer (Melolontha) gräbt sich aus dem Erdreich und fliegt los, um Nahrung aufzunehmen.  Der gefräßige Käfer ernährt sich von Blättern verschiedener Laubbäume. Während sich die Bäume von diesem Kahlfraß in der Regel schnell wieder erholen und im Juni ernneut austreiben, verspeist die Larve des Maikäfers Wurzeln von Pflanzen und richtet somit einen größeren Schaden an.

Der große Käfer ist dem Deutschen nicht nur Glückskäfer und Frühlingsbote, sondern auch Hauptdarsteller in so manchem literarischen Werk. Zu den bekanntesten zählen hier die Erzählungen von Wilhelm Busch “Max und Moritz” und von Gert von Bassewitz “Peterchens Mondfahrt”.

Für viele sind sie die Vorboten der warmen Jahreszeit, andere verteufeln sie, vor allem wegen ihrer gefräßigen Larven (Engerlinge), die durch Wurzelfraß Pflanzenbestände schädigen können. In den 50er und 60er Jahren wurde zur Bekämpfung großflächig DDT ( DDT=Insektizied, welches sich im Fettgewebe bei Mensch und Tier anreichert und in Verdacht steht Krebs zu erzeugen) eingesetzt. Wodurch die Käfer und andere Insekten vielerorts fast ausgerottet wurden. Danach wurde der Maikäfer so selten, dass viele Menschen ihn nur noch von Bildern und Geschichten kannten. Erst in den letzten Jahren ist er wieder häufiger zu sehen. Heute wird zur Bekämpfung der gefräßigen Larven auf mechanische Methoden gesetzt. Durch ständige Bodenbearbeitung werden die großen Laven an die Erdoberfläche befördert und können somit von ihren Fressfeinden (Vögel, Spitzmäuse) besser gesehen werden. Auch das Absammeln der Larven kann hilfreich sein. Sind die Plagegeister ersteinmal eingesammelt können sie als Schweine- oder Hühnernfutter dienen.

Der Maikäfer und sein Lebenszyklus

In Mitteleuropa ist in erster Linie der Feldmaikäfer zu finden, mit einer Körperlänge von 2-3 cm gehört er zu den größten Käfern in unseren Breitengraden. Auffällig sind die großen Fühler, die sie am Kopf tragen. Die Fühler der männliche Maikäfer haben sieben Fächer und wirken wie kleine Blätter, mit ihnen können die Männchen paarungsbereite Weibchen aufspüren. An warmen Abenden schwärmen die Maikäfer innerhalb weniger Nächte aus ihrer Puppenwiege, fressen die jungen Blätter der Bäume und paaren sich. Die Eiablage (15-30 Stück pro Mal) erfolgt in einer gegrabenen Erdhöhle. Zu den Eiern legen die Weibchen etwas Kot, was den Laven später Bakterien (Symbionten: Wechselbeziehung) zur Wurzelverdauung liefert. Die Weibchen können sich in den folgenden Wochen nach dem “Reifefraß” mehrmals paaren. Nach der Paarung sterben die Maikäfer. Die Larven schlüpfen nach etwa 4-6 Wochen und können bis zu 4 Jahre im Boden verbleiben. In dieser Zeit ernähren sie sich von Wurzeln und abgestorbenen Pflanzenteilen, bis sie zum Käfer werden. Im letzten Jahr graben sie eine tiefe Höhle, verpuppen sich dort, überwintern und fliegen im folgenden Frühjahr als Maikäfer zum Hochzeitsflug.

Etwa alle vier Jahre ist ein “Maikäferjahr”, bedingt durch den vierjährigen Entwicklungszyklus.

Erfreuen Sie sich an den ersten Maikäfern, denn sie läuten den Sommer ein.

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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