Nutztierhaltung im eigenen Garten!

Tierhaltung, Gemüse- und Obstanbau im eigenen Garten ist ein interessantes und emotionales Thema. Ganz besonders in der heutigen Zeit, wo chemische Pflanzenschutzmittel unsere Lebensmittel belasten und der Tierschutz bei der Nutztierhaltung oft zu kurz kommt, träumen viele Gartenbesitzer von Selbstversorgung und einer autonomen Versorgung.

Tierhaltung im Garten

Tiere im eigenen Garten sind eine schöne Sache – Schweine die im Matsch wühlen, Ziegen die auf Steinen herumklettern oder Hühner die auf einer Freifläche scharren. Um all diese Tiere halten zu dürfen, müssen Richtlinien und Gesetzesvorgaben eingehalten werden. Einen Überblick worauf Sie achten müssen, um unbeschwertes Landleben in Ihrem Garten zu genießen, haben wir Ihnen hier aufgeführt.

Gesetzeslage

Grundsätzlich ist die Tierhaltung auf dem eigenen Grundstück erlaubt, soweit die gesetzlichen Bestimmungen beachtet werden. Geregelt wird die Nutzung im Bürgerlichen Gesetzbuch §906 Zuführung unwägbarer Stoffe.   

Tierschutzgesetz

Wer glückliche Tiere im eigenen Garten haben möchte, der wird automatisch für eine artgerechte Haltung sorgen. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV) richtet sich also in erster Linie an gewerbliche Halter. Es kann aber nicht schaden, einen Blick in dieses Gesetz zu werfen. 

Impf- und Meldepflicht

Die Haltung von Tieren (Pferden, Rinder, Schweinen, Schafen, Ziegen, Geflügel, Bienen und Gehegewild) muss den, zuständigen Veterinärämtern und der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Die Tierseuchenkasse kann hier ein Meldegeld erheben. In NRW unterliegt diese Kasse der Landwirtschaftskammer. Sie erhebt Beiträge, um bei Tierseuchen Entschädigungen an Tierhaltern auszahlen zu können. Eine Meldepflicht besteht schon bei dem ersten Tier. Die Beiträge, die hier erhoben werden, sind sehr gering gehalten und von jedem Tierbesitzer gut zu entrichten. Zum Beispiel zahlt man in NRW bei einem Bestand von max. 50 Tieren max. 10,00 € im Jahr).

Bei der Haltung von Geflügel ist es zudem Pflicht, die Tiere alle 3 Monate gegen die Newcastle Krankheit (Geflügelpest) zu impfen. Keine Angst, Sie laufen nicht mit der Spritze in den Stall. Dieser Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff und wird über das Trinkwasser, als Augentropfen oder Aerosolspray verabreicht.

Bauliche Vorschriften

Sollten Sie eine feststehende Stallung errichten wollen, sollten Sie sich über Verordnungen und Regelungen bei Ihrem Bauamt informieren. Mobile, also bewegliche Ställe, wie es sie in der Hühnerhaltung gibt, sind genehmigungsfrei.

Hühner sind auch in Wohngebieten erlaubt – was muss ich beachten?

Hühner

Hühner im eigenen Garten, sind eine praktische Sache, in Deutschland zählen sie zu den Kleintieren, somit ist die Haltung erst einmal überall erlaubt. Oft gibt es aber seitens der Nachbarschaft Beschwerden bezüglich der krähenden Hähne. Hierzu gibt es schon einige Urteile, in denen 20 Hühner und ein Hahn als vertretbar bewertet wurden. Vielleicht lassen sich Unstimmigkeiten aber auch im Vorfeld mit einigen frischen Eiern klären.

Wie sollte der Stall aussehen?

Hühner mögen es hell, warm und trocken. Die Größe des Stalls hängt von der Hühnersorte ab, denn große Hühner brauchen mehr Platz als kleine. An den Stallwänden sollten auf jeden Fall Sitzstangen befestigt werden, die von den Tieren zum Schlafen benutzt werden können. Auch Legenester dürfen nicht fehlen, damit die Hennen einen Platz zur Eiablage haben. Der Auslauf sollte umzäunt und bestenfalls auch mit einem Netz überdacht sein, damit die Gefahr durch Fressfeinde gebannt ist. Natürlich können Sie Ihre Hühner auch freilaufen lassen, nur müssen Sie dann damit rechnen, dass Blumen -oder Gemüsebeete für ein Staubbad genutzt werden und die Anzahl der Hühner durch Fuchs und Bussard reduziert werden. Sie können Ihre Hühner auch konditionieren, sodass diese nachts zum Schlafen in den Stall kommen und die Stalltür geschlossen werden kann.

Das Wichtigste für die Schweinehaltung

Der kleine Schweinestall am Haus ist aus verständlichen Gründen im städtischen Bereich eher die Ausnahme, im ländlichen Bereich aber oft zu sehen.

Impf- und Meldepflicht

Meldepflicht besteht bei den Veterinärämtern, der Tierseuchenkasse und bei der zentralen Datenbank für Schweine. Außerdem müssen alle Besitzer ein Bestandsbuch führen, in dem alle Ab- und Zugänge und die tierärztlichen Behandlungen aufgeführt werden.

Der Stall

Schweine mögen es warm, hell und trocken. Die Temperatur, bei der sich Schweine wohlfühlen liegt bei 15 bis 25 Grad. Schweine sind gesellige Tiere und möchten auch so gehalten werden. Damit sie sich gegenseitig wärmen können, sollten mindestens 3 Tiere im Stall zusammenstehen. Einzelhaltung ist seit Jahren aus Tierschutzgründen verboten. Damit sie sich wohlfühlen, benötigen Schweine neben einem gut mit Stroh eingestreuten Stall einen Auslauf mit Suhle und ein schattiges Plätzchen für den Sommer. Da Schweine nicht schwitzen können, brauchen sie den kühlen Schatten um Kreislaufprobleme zu vermeiden.

Das Wichtigste für Paarhufer wie Ziegen und Schafe

Auch Paarhufer sind im Stadtgebiet wenig anzutreffen, Geruchsbelästigung und Ruhestörung der Nachbarn sind hierfür wohl die Hauptgründe. Nichtsdestotrotz sind die Zahlen der Hobbyziegenbesitzer in den letzten 10 Jahren stark angestiegen.   

Impf- und Meldepflicht

Auch alle Ziegen- und Schafsbesitzer sind auch hier verpflichtet, ihre Tiere bei den zuständigen Veterinärämtern zu melden. Der Tierhalter bekommt dann eine Registriernummer über die alle Meldungen abgewickelt werden. Eine Impfpflicht besteht für die Blauzungenkrankheit.

Zu Ihrer kleinen Farm gehören natürlich noch viele andere Tiere, welchen Sie wenn Sie Platz haben allen ein Zuhause bieten können. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass Sie mit jedem Tier weitere Verpflichtungen übernehmen und Verantwortung für ein weiteres Lebewesen haben, für das Sie eine artgerechte Haltung garantieren sollten.

Unsere Empfehlung fangen Sie erst einmal „klein“ an. Praktische Utensilien für den Start ins Farmleben finden Sie in unserem Shop unter Tiere im Garten.

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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