Herkulesstaude – gefährliche Schönheit

Die Herkulesstaude, auch Riesen-Bärenklau genannt, zählt zu den invasiven Pflanzenarten (Neophyten) in Mitteleuropa und stellt vor allem im heimischen Garten eine große Gefahr dar. Sie besitzt einen Giftstoff aus der Reihe der Furocumarine, der gemeinsam mit Sonnenlicht auf der Haut phototoxisch wirkt und damit schwer heilende Blasen, Quaddeln und sogar Symptome von Verbrennungen dritten Grades hervorrufen kann.

2008 wurde sie zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Auch wenn es oft heißt, dass diese Pflanze kaum zu bekämpfen ist: Mit gezielten Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt verbannen Sie die Herkulesstaude aus Ihrem Garten.

Äußere Merkmale des Riesen-Bärenklaus

Der Riesen-Bärenklau erreicht gewöhnlich eine Größe von 2,5 bis 4 Metern, hat dreizählige, auffällig große Blätter und einen ca. 10 Zentimeter dicken, rotfleckigen Stängel. Seine weißen Dolden, die von Juni bis September in voller Blüte stehen, können einen Durchmesser von 45 bis 50 Zentimetern erreichen. Alle Teile, vor allem der Saft der Pflanze, sind giftig! Der kleine Bruder der Herkulesstaude, der Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium), wird nur 1,20 Meter hoch, ist ihm aber in Wirkung und Aussehen ähnlich.

Rasante Verbreitung

Durch seine Dominanz ist der Riesen-Bärenklau für viele Pflanzenarten eine große Konkurrenz und verdrängt geschützte Arten. Seine Samen können sich auch schwimmend über Fließgewässer verbreiten und verlieren erst nach sieben Jahren ihre Keimfähigkeit.

Wirksame Bekämpfung der Herkulesstaude

Herkulesstauden in Ihrem Garten sollten Sie am besten direkt nach der Blüte entfernen – zu diesem Zeitpunkt sind die Pflanzen geschwächt. Bevor Sie der Pflanze den Kampf ansagen, ziehen Sie sich Schutzbekleidung über, die auch Ihr Gesicht bedeckt. Handschuhe gehören natürlich dazu! Etwas Sonnencreme kann Sie zusätzlich schützen. Bekämpfen Sie die Pflanzen in den Abendstunden oder bei starker Bewölkung am Nachmittag.

Samenstände abschneiden

Mutterpflanze und Samenstände können in einem Arbeitsgang beseitigt werden, sobald die Mitteldolde grüne Samen ausgebildet hat. Schlagen Sie dazu den gesamten Blüten- und Samenstand inklusive der Nebendolden genau zu diesem Zeitpunkt von der Pflanze so hoch wie möglich ab und zerlegen Sie alles in Einzeldolden. Davon werden nur die Dolden entsorgt, die Samen tragen. Die noch blühenden Nebendolden können vertrocknen und werden somit unschädlich gemacht. Da die Samen der Mitteldolde aber auch getrennt von der Mutterpflanze weiter heranreifen können, müssen diese verbrannt oder so in einem Behälter verstaut werden, dass sie verfaulen. Geben Sie die Samen der Herkulesstaude nie auf den Kompost!

Ausgraben der Herkulesstaude – wichtigste Bekämpfungsmaßnahme

Graben Sie die Wurzelrübe des Riesen-Bärenklaus aus und entfernen Sie die oberen 15 Zentimeter. In diesem Bereich befinden sich die Regenerationsanlagen der Pflanze. Die weiter unten liegenden Wurzelteile verrotten und treiben nicht wieder aus. Schütteln Sie die Erde ab, bevor Sie die restliche Wurzel auf eine Steinplatte oder Folie legen, damit sie vertrocknen kann. Die Methoden Mähen und Abschlagen der Stängel sind weniger wirksam, da die Wurzelrübe immer wieder austreibt! Nach erfolgreicher Bekämpfung der Herkulesstaude können Sie Ihren Garten mit schönen, ungefährlichen Pflanzen aus der >>Kategorie Gartenpflanzen gestalten.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder nicht in der Nähe der Herkulesstaude oder sogar mit ihr spielen. Halten Sie Ihre Haustiere von der Pflanze fern. Zeigen sich Hautreaktionen, konsultieren Sie sofort einen Arzt!

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Über Jörn

Jörn

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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