Kakteen – pflegeleichte Pflanzen im Dornenkleid

Auch wenn Kakteen gern als eigenständige Pflanzengruppe angesehen werden, stellen diese die artenreichste Familie der Sukkulenten, zu denen mehr als 50 Pflanzenfamilien und 10.000 Arten gehören, dar. Als Sukkulenten werden Pflanzen bezeichnet, die sich durch Ausbildung von Wasserspeicherorganen extrem trockenen Klimabedingungen angepasst haben. Sukkulenten stammen überwiegend aus dem afrikanischen Raum, Kakteen hingegen fast ausschließlich aus Amerika, wo diese als Boden- oder Baumbewohner in allen Klimazonen bis auf 4.000 Meter Höhe vorkommen.

Pflanzen mit Struktur

Sukkulenten und Kakteen haben während ihrer über 65 Millionen Jahre Entwicklungsgeschichte noch weitere Strategien entwickelt, um Hitze, Dürreperioden und Kälte zu trotzen. So wurden die Blätter zur Verringerung der Verdunstungsfläche zu Dornen umgebildet. Die gerippte Kakteenform ermöglicht dem Wasser speichernden Gewebe, sich auszudehnen und zusammenzuziehen. Kakteen verfügen im Gegensatz zu Sukkulenten über Areolen (Wachstumspunkte), also warzige Auswüchse, an denen Borsten, Dornen, Fasern, Härchen und Blüten gebildet werden. Durch die Anordnung von kleineren Randdornen und einem langen Mitteldorn wird der Kakteenkörper beschattet, Feinde abgewehrt und kann Wasserdampf kondensieren, der als Wassertropfen von den Wurzeln aufgefangen wird. Die Blüten, die am Tag, in der Nacht, im Sommer oder Winter erscheinen, fallen durch ihre leuchtende, intensive Farbe und ihre unerwartete Größe auf.

Sukkulenten werden in drei Gruppen eingeteilt. Typisch für Blattsukkulenten, wie Dachwurz und Agave, ist der rosettenartige Wuchs. Stammsukkulenten, wie Wolfsmilch und alle Kakteen, die häufig eine Wachsschicht oder winzige Härchen besitzen, bilden kaum Blätter aus. Dafür übernimmt der grün gefärbte Stamm die Fotosynthese. Wurzelsukkulenten, wie die Leuchterblume, speichern in einem dickfleischigen Wurzelstock Wasser und Nährstoffe. Oft ragt dieser bei flaschenförmigen Sukkulenten, wie dem Elefantenfuß, mit der Zeit aus dem Erdreich heraus.

Optimale Lebensbedingungen schaffen

Den Lebensraum von Kakteen und Sukkulenten prägen lange Trockenzeiten, gelegentliche Regengüsse und ein Boden, der schnell wieder austrocknet. Diese Lebensbedingungen sollten Sie mit einem wasserdurchlässigen Substrat mit einem hohen Sand- oder Kiesanteil nachempfinden. Am besten greifen Sie zu Kakteenerde, wie der Floragard Kakteenerde, die bereits gebrauchsfertig ist und natürliche Wachstumsbedingungen bietet.

Kakteenpflege leicht gemacht

Sukkulenten und Kakteen aus Wüstenregionen legen im Winter eine Ruhephase ein. Lediglich Epiphyten und Kakteen aus Waldgebieten blühen vom Spätherbst bis in den Frühling hinein und ruhen entsprechend im Sommer. Während der Ruhephase wird das Wachstum eingestellt und der Wasserbedarf auf ein Minimum reduziert, der Wurzelballen darf aber nie vollständig austrocknen. Regelmäßig gießen müssen Sie nur, wenn diese im beheizten Raum stehen. Ein kühlerer Standort mit fünf bis zwölf Grad Celsius, für tropische Kakteen 13 bis 19 Grad Celsius ist wichtig, damit der Blütenansatz gefördert wird. Wann Kakteen und Sukkulenten blühen, ist artabhängig, einige blühen schon in jungen Jahren, andere erst mit 40, viele müssen aber bestimmte Umweltbedingungen vorfinden oder eine gewisse Größe erreichen. Die Hauptruhephase erstreckt sich in der lichtarmen Zeit von November bis Januar über etwa 70 Tage, wobei Sie schon im September die Wassergaben verringern sollten.

Während der Wachstumsphase ist der Wasserbedarf temperaturabhängig höher. Dann sollten Sie den Wurzelballen gut durchfeuchten, überstehendes Wasser aber nach 30 Minuten aus dem Untersetzer entfernen. Nun prüfen Sie täglich die Bodenfeuchtigkeit, Epiphyten sowie Schattenpflanzen müssen jetzt gleichmäßig feucht sein. Alle anderen brauchen Sie erst wieder zu gießen, nachdem sich die Erde drei Tage lang trocken anfühlt, also etwa einmal pro Woche.

Kakteen und Sukkulenten haben einen wesentlich geringeren Stickstoffbedarf als andere Zimmer- und Gartenpflanzen, dafür ist der Kalium- und Phosphorbedarf höher. Ein Kakteendünger, wie der BioTrissol Kakteendünger, ist auf diese speziellen Nährstoffansprüche abgestimmt, sorgt für kräftiges Wachstum und fördert die Blütenbildung. Kakteen und Sukkulenten werden ausschließlich während der Wachstumszeit, in der Regel zwischen April und Oktober, monatlich nach dem Gießen flüssig gedüngt.

Sukkulenten und Kakteen sind sehr robust, dennoch sollten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge (Trauermücke, Rote Spinne, Schild-, Woll- und Wurzelläuse) und Krankheiten kontrollieren. Bei hohem Stickstoffangebot kann Schwarzfäule auftreten.

Umtopfen und weitere Pflegemaßnahmen

Starkwüchsige Pflanzen müssen Sie nach spätestens zwei bis drei Jahren, schwachwüchsige nach drei bis vier Jahren umtopfen, wenn die Wurzeln aus den Abzugslöchern herauswachsen. Umgetopft wird außerdem, wenn die obere Erdschicht durch das Gießwasser verkalkt ist. Tipp: Wählen Sie das Pflanzgefäß nur ein Stück größer als bisher. Kakteen besitzen ein feines, oberflächennahes Wurzelsystem, weshalb ein zehn Zentimeter hohes Pflanzgefäß ausreicht. Für Wurzelsukkulenten ist ein mindestens 15 Zentimeter hohes Pflanzgefäß erforderlich. Als Pflanzgefäße kommen Tontöpfe, Kunststofftöpfe, Hängekörbe, Blumenampeln und andere dekorative Schalen und Tröge infrage.

Achtung: Nutzen Sie zum Umtopfen Lederhandschuhe, Zeitung, Pappe oder Styropor.

  • Drainageschicht (gewaschener Kies oder Tonscherben) in flache Pflanzgefäße ein Drittel, in hohe acht Zentimeter hoch einfüllen
  • Kakteenerde bis ein Zentimeter unter dem Rand auffüllen
  • Pflanze wässern, aus dem Gefäß nehmen, auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren
  • abgestorbene und verwelkte Wurzeln herausschneiden, verdichtete vorsichtig lockern
  • Pflanze genauso tief wie bisher einpflanzen und gut andrücken
  • als Verdunstungsschutz und zur Stabilisierung fünf Millimeter hoch gewaschenen Feinkies
    verteilen
  • Erde setzen und Pflanze anwachsen lassen, dann gießen
  • erste Düngung nach gut sechs Monaten

Während der Ruhephase sollten Kakteen mit einem Pinsel entstaubt werden. Sukkulenten können Sie an einem warmen Sommertag im Freien “abduschen” und im Schatten trocknen lassen.

Wohnen mit Kakteen und Sukkulenten

Als Zimmer-, Gewächshaus- oder Wintergartenpflanzen sind Kakteen und Sukkulenten seit dem 18. Jahrhundert für Hoch-, Tisch- oder Landschaftsbeete sowie für die Topfkultur beliebt. Nur die epiphytischen Kakteen bevorzugen den Halbschatten, sonst sind die Sonnenanbeter ideal für das Südfenster, wo diese im Sommer problemlos Temperaturen bis 30 Grad Celsius vertragen. Nachts sollte es nicht unter 13 Grad Celsius abkühlen. Achten Sie auf einen gut durchlüfteten, aber zugluftgeschützten Standort. Kriechende oder hängende Kakteen, wie Oster- und Weihnachtskaktus, kommen in Ampeln gut zur Geltung. Für Gemeinschaftspflanzungen sollten Sie Arten mit ähnlichen Pflegeansprüchen wählen, hohe Arten nach hinten pflanzen und immer ausreichend Pflanzabstand halten. Mit Steinen entsteht eine natürlich wirkende Wüstenlandschaft.

Tipp: Viele Kakteen und Sukkulenten können im Sommer auf die Terrasse oder in den sonnigen Innenhof gestellt werden. Ihr Outdoor-Bereich ist noch gar nicht freizeitfit? Dann schauen Sie mal schnell in unseren Shop. Hier finden Sie alles für Terrasse, Balkon und Garten.

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2 Kommentare

  1. Avatar
    vitale
    - 29. Juni 2015
      -   Antworten

    hallo ich bin begeistert über kakteen aber ich möchte nur besondere haben wo finde ich die
    lg. kira1947

    • Avatar
      Cara Maria
      - 1. Juli 2015
        -   Antworten

      Hallo Kira, schau doch mal hier: http://www.kakteen-haage.de/ Kakteen Haage hat die älteste Kakteenzucht der Welt laut eigenen Angaben. 😀 Liebe Grüße, Cara von GartenXXL

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Jörn

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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