Maikäfer – faszinierende Gesellen der Lüfte.

Garten

Faszination Maikäfer

Während sie vor 25 Jahren in Europa als fast ausgerottet galten, fliegen heute wieder Maikäfer von Ende April bis Anfang Juni durch die Wälder und durch manchen Garten. Mit lautem Brummen machen die hübschen großen Käfer auf sich aufmerksam und stemmen sich im Fluge mit aller Kraft gegen die Schwerkraft. Da Maikäfer nur fliegen, wenn sie es wirklich müssen, vor allem wenn sie nach ihrer Metamorphose ihre Futterplätze auf Bäumen und Büschen aufsuchen, können Sie die Tierchen auch beim Fressen beobachten.

Hübsche Käfer mit fächerähnlichen Fühlern

Maikäfer (Melolontha) sind Insekten und eine spezielle Gattung von Käfern, die zur Familie der Blatthornkäfer gehören. Die Bezeichnung Blatthornkäfer rührt daher, weil die Enden ihrer Fühler aus kleinen Blättchen bestehen, die fächerartig aufgespalten sind. Die Maikäfer lassen sich in den Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), den Wald- oder Roßkastanienmaikäfer (Melolontha hippocastani) und den Melolontha pectoralis weiter unterteilen. Die drei Maikäferarten sehen sich alle sehr ähnlich. Sie lassen sich meist nur an der Form des hinteren Segments der Flügeldecken unterscheiden. Beim Feldmaikäfer läuft das Ende zu einer spitzen Verlängerung aus und ist viel schmaler geformt, als bei den beiden anderen Maikäferarten.

Maikäfer besitzen sechs Beine wie alle Insekten und werden ungefähr zwei bis drei Zentimeter groß. Typische Merkmale sind das schwarze Halsschild, die braunen Flügel sowie das schwarzweiße Zickzackmuster an der Seite, das sehr gut zu erkennen ist. Männchen und Weibchen lassen sich vor allem an ihren auffälligen Fühlern unterscheiden. Die männlichen Maikäfer besitzen Fühler mit je sieben längeren Blättchen. Die Weibchen besitzen nur sechs und deutlich kleinere Blättchen.

Interessante Flugtechnik

Um fliegen zu können, müssen die Maikäfer über die Atemöffnungen an der Körperseite Luft in ihren Körper pressen. Dabei pumpen sie sich richtig auf, damit sie vom Boden abheben können. Während des Fluges dienen ihnen die dicken, kräftigen Deckflügel als Tragflächen, während die dünnen Hautflügel wie Propeller wirken. Allerdings erreichen die dicken Käfer gerade einmal eine Fluggeschwindigkeit von acht Kilometern pro Stunde, im Gegensatz zu anderen Insekten, die bis zu 50 Kilometer pro Stunde zurücklegen können.

Lebensraum und Nahrungsquellen der Maikäfer

Maikäfer leben hauptsächlich in Laubwäldern in Mittel- und Nordeuropa und in den gemäßigten Klimazonen Asiens. Sie ernähren sich vornehmlich von Blättern der Laubbäume, wie zum Beispiel Ahorn, Haselnuss, Eichen, Weiden, Buchen und Obstbäumen. Eine große Maikäferpopulation kann schon einmal ganze Bäume kahl fressen. Mancherorts fressen sie auch gern die Nadeln von Nadelbäumen wie zum Beispiel die der Lärchen.

Aber nicht nur die ausgewachsenen Tiere sind gefräßig. Auch die Larven der Maikäfer, die Engerlinge genannt werden, können Schäden anrichten, wenn sie in Massen auftreten. Sie ernähren sich von den Wurzeln der Pflanzen und können diese damit sogar zum Absterben bringen.

Maikäfer selbst werden natürlich auch gern von anderen Tieren vertilgt, wie zum Beispiel von Fledermäusen, Vögeln, Mardern oder Wildschweinen.

Maikäferjahre

Maikäferjahre werden die Jahre genannt, in denen die Maikäfer in ganzen Schwärmen auftreten und in manchen Orten ein regelmäßiges Schauspiel in Abständen von vier Jahren bieten. Denn vier Jahre entsprechen genau dem Zeitraum zwischen Eiablage und dem voll entwickelten Maikäfer. Unter günstigen klimatischen Bedingungen kann die Entwicklung auch schon nach drei Jahren abgeschlossen sein und unter ungünstigen Bedingungen erst nach fünf Jahren.

2010 war zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet ein starkes Auftreten der Käfer beobachtet worden, sodass es im Allgemeinen vier Jahre später, also in diesem Jahr 2014, wieder ein Maikäferjahr geben muss. In manchen Orten wurden vereinzelt Maikäfer schon im April gesichtet. Vielleicht können auch Sie in Ihrem Garten oder im Wald gemeinsam mit Ihren Kindern die hübschen Brummer beobachten.

Optisch sowie akustisch eindrucksvoll ist das Schwärmen der Maikäfer vor allem an Waldrändern in der anbrechenden Dämmerung an warmen und trockenen Abenden. Und wenn Sie Glück haben, können Sie vielleicht beobachten, wie Fledermäuse Jagd auf Maikäfer machen. Passende Miniaturhäuser für Insekten, Fledermäuse und Co. finden Sie in unserem Onlineshop.

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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