Meerkohl – Eine leckere Seltenheit

Meerkohl

Diese Woche haben wir einen ganz besonderen Leckerbissen für Sie erstöbert: Den Meerkohl. Er besticht durch seine Seltenheit und seinen zarten und milden Geschmack. Meerkohl gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse, ist reich an Vitamin C und ein echtes Highlight auf dem Teller.  Mit seinem Honigduft und den hübschen kleinen Blüten eignet er sich auch hervorragend als Zierpflanze im Garten. 

Meerkohl (Crambe maritima)

Schon Anfang des 18. Jahrhunderts war der Meerkohl bekannt und beliebt. Er ist ein genügsames Gemüse, welches sich auch von salzhaltigen Böden nicht abschrecken lässt. Das macht ihn zu einem Gemüse mit Zukunft und Geschichte.

Was ist Meerkohl?

Meerkohl ist eine Staude, die 30 – 60 cm hoch und im Sommer von kleinen weißen Blüten verziert wird. Die Blätter dieser Pflanze sind fleischig und besitzen eine blau-grüne Farbe.

Im Winter stirbt die Pflanze oberhalb der Wurzel ab und überwintert im Boden. Meerkohl findet man als Wildpflanze leider nur noch selten, weswegen er unter Naturschutz steht. Chancen ihn in Deutschland zu entdecken, haben Sie an den Küstenregionen der Nord- und Ostsee. Daher auch der lateinische Name „crambe maritima“, was frei übersetzt „Kohl der Küste“ bedeutet.

Meerkohl selbst anbauen

Kale leafWenn Sie nicht gerade in Küstenregionen leben, oder keine Zeit für die Suche nach dem heiligen Meerkohl bleibt, können Sie die Rarität relativ einfach im eigenen Garten ziehen. Ende Februar geht es bereits mit der Saat los…

Geben Sie 3 Samen in einen Topf und üben Sie sich in Geduld.

Im Mai kann der Meerkohl ab ins Beet, achten Sie aber darauf, dass der Boden relativ sandig oder zumindest locker ist. Verwenden Sie ein bisschen Kompost als Dünger und vermeiden Sie unbedingt Staunässe – die verträgt er nicht.

Interessant wird es  im April wenn er aus der Erde spitzt. Zum bleichen der Sprossen wird der Meerkohl mit einem Tontopf abgedeckt. So bilden sich vermehrt Stängel und das Wachstum von Blüten und Blättern wird vermindert. Je älter die Pflanze ist umso dicker werden übrigens die Sprossen.

Nach 3 – 4 Wochen sind sie dann schon 15 – 20 cm lang und können 2 – 3 mal geerntet werden. Den Sommer nutzt der Meerkohl  zum Regenerieren.

Der Kohl hat´s in sich

Die jungen, gebleichten Sprossen des Meerkohls gelten als Delikatesse, wobei auch die Blätter wie herkömmlicher Kohl verköstigt werden können. Das Gemüse ist reich an Vitamin C und der Geschmack erinnert an Grünkohl, wobei er auch oft als Spargelersatz dient. Er ist sehr mild, saftig und ein wenig salzig.

Servieren Sie den Meerkohl als Vorspeise oder Beilage. Dazu müssen Sie die Sprossen  lediglich abwaschen, danach in Salzwasser kochen oder andünsten und mit Butter und frischen Kräutern zubereiten –  auf diese Weise kommt sein Aroma voll zur Geltung. Dazu passt hervorragend Fisch oder Lamm mit einem Schuss Sauce Hollondaise.

Bevorzugen Sie einen knackigen, rohen Salat, würzen Sie den Meerkohl mit Essig, Öl, Meersalz, schwarzer Pfeffer und ein bisschen Knoblauch.

GartenXXL wünscht einen Guten Appetit!

Merken

Merken

Merken

(1948)

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 7.9/10 (7 votes cast)

Meerkohl – Eine leckere Seltenheit, 7.9 out of 10 based on 7 ratings

Beitrag jetzt teilen

Kommentar verfassen

Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

Alle Beiträge von Petra Diehl

Finde uns auf Facebook

GartenXXL Produktvideos