Nachwuchsförderung, für Ihren Garten

Alle Jahre wieder, ist es im zeitigen Frühjahr soweit! Gemüse und Kräuter werden auf der Fensterbank oder im Gewächshaus vorgezogen, damit es dann frühzeitig in den Garten ausgepflanzt und somit auch früher geerntet werden kann.  

Damit aus den Samen kräftige Pflanzen werden und Sie im Sommer eine üppige Ernte einfahren können, sollten Sie schon die ersten Schritte richtig angehen.

Zuerst stellt sich die Frage, welchen „Keimer“ habe ich?

Nicht alle Samen brauchen die gleichen Bedingungen, um zu keimen. Wir unterscheiden hier zwischen Lichtkeimer, Dunkel- oder Kaltkeimer. Die Saat-Art erklärt sich aus dem Namen, hier sind wichtige Vorgehensweisen zu beachten.

Lichtkeimer benötigen zur Keimung Licht und werden somit nicht oder nur mit einer sehr dünnen Erdschicht bedeckt. Zu den Lichtkeimern gehören unter anderem Basilikum, Estragon, Kopfsalat, römischer Salat, Sellerie und Tomaten.

Dunkelkeimer benötigen, wie der Name schon verrät, Dunkelheit. Als Faustregel sollten die Samen immer doppelt so tief im Boden liegen, wie der Samen Hoch ist. Dunkelkeimer sind z. B. Borretsch, Koriander, Feldsalat, Kürbis, Karotten, Erbsen, Bohnen und Blumenkohl.

Kaltkeimer oder Frostkeimer brauchen, um die Keimruhe zu durchbrechen, eine min. 6-wöchige Kälteperiode welche im Freiland oder aber auch im Kühlschrank stattfinden kann. Der Bärlauch ist zum Beispiel ein Kaltkeimer und braucht zur Keimung die Kälte.

Das Equipment

Wichtig ist, dass alle verwendeten Arbeitsgeräte und Materialien sauber sind. Damit die Keimlinge nicht hier schon mit Krankheitskeimen oder Pilzsporen infiziert werden.

Die Anzuchtschale

Die meisten Anzuchtschalen bestehen aus Kunststoff, haben einen ca. 5-7 cm hohen Rand und weisen auf dem Boden kleine Löcher auf. Dieses ist sehr wichtig, damit das überschüssige Wasser abfließen kann.

Die Erde

Verwenden Sie immer Anzuchterde, denn nur diese, ist keim-und nährstoffarm, sowie gut durchlüftet und locker. Bei einem zu hohen Nährstoffgehalt der Aussaaterde kann es zu Verbrennungen an den feinen Wurzeln der Sämlinge kommen. Es besteht auch die Möglichkeit, Anzuchterde selber zu mischen. Hierzu nehmen Sie 1/3 Gartenerde, 1/3 ausgereiften Kompost und 1/3 Sand (Körnung 0/2), mischen Sie alle Zutaten gut durch und fertig ist Ihre Anzuchterde. Ihre selbst gemischte Erde ist jetzt natürlich noch nicht keimfrei. Industriell hergestellte Substrate werden hierfür gedämpft, die Erde wird dann für min. 2 Stunden auf 90 C° erhitzt. Ihr eigenes Gemisch können Sie in einen Bratschlauch oder ein hitzebeständiges Behältnis füllen, welches Sie dann 30 Minuten bei 150 C° in den Backofen geben.

Saatgut

Zuerst sollten Sie gekauftes oder vom letzten Jahr geerntetes Saatgut auf Keimfähigkeit prüfen, denn nicht alle Saatkörner sind gleich lange haltbar. Die Keimfähigkeit von Porree, Feldsalat oder Bohnenkraut beträgt nur 2 Jahre, das von Erbsen, Tomaten oder Gurken dagegen 3 bis 6 Jahre. Um die Keimfähigkeit zu prüfen, legen sie max. 10 Samenkörner auf ein Küchen- oder Vliespapier, befeuchten sie dieses gleichmäßig. Bei entsprechender Keimtemperatur und gleichmäßiger Feuchte sollten 80 % der Samenkörner keimen.

So wird`s gemacht

Nach dem Sie alles beisammenhaben, befüllen Sie die Anzuchtschale mit Anzuchterde, verteilen Sie nun das Saatgut gleichmäßig auf den Boden, decken Sie die Dunkelkeimer mit Boden ab. Lichtkeimer bekommen nur eine feine Bodenschicht übergesiebt. Der Boden wird nun leicht angedrückt, damit das Saatgut ausreichend Bodenkontakt bekommt. Danach wird die Erde mit Wasser besprüht und dauerhaft feucht gehalten. Beachten Sie die Keimtemperatur der einzelnen Arten, sie kann zwischen 12 °C und 22 °C liegen. Weitere Informationen finden Sie hierzu auf den Samentütchen. Nach der Keimphase von 8 bis 14 Tagen sollten sich die ersten zarten Blättchen zeigen. Sind nach 2 bis 3 Wochen kleine Jungpflanzen gewachsen, müssen diese „pikiert“ werden, das heißt, die Pflanzen werden vereinzelt und in Multiplatten oder kleine Töpfe umgepflanzt. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist, wenn sich die ersten „richtigen Blätter“ nach den Keimblättern zeigen. Mit einem Pikierstab drücken Sie ein Loch in die neue Erde und setzen die Pflanze mit seiner Hilfe um. Die neuen Pflanzlöcher sollten so tief und breit sein, dass die kleinen Wurzeln gut hineinpassen. Pflanzen Sie nicht zu tief! Die Tomate ist hier eine Ausnahme, denn sie ist in der Lage am Stiel neue Wurzeln zu bilden. Nun werden die umgesetzten Pflanzen angegossen. Stellen Sie Ihre kleinen Pflanzen an einen hellen, nicht zu warmen Ort und halten Sie die Erde feucht. Bevor Ihre Jungpflanzen in den Gartenboden umziehen, stellen Sie sie, nach den Eisheiligen (15. Mai), einige Tage zum „Abhärten“ an einen geschützten Ort, nach draußen. Um sie dann ins Freiland auszupflanzen.

Egal ob Kräuter, Sommerblumen oder Gemüse, wenn Sie auf die Bedürfnisse der einzelnen Kulturen eingehen, steht einer guten Ernte nichts mehr im Wege.  

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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