Richtig Kompostieren

Richtig Kompostieren – Was darf drauf und wie anlegen? Wir stehen Ihnen mit Tipps und Tricks zur Seite, damit Sie aus Ihrem Naturabfall das Beste rausholen.

KomposterDie Möglichkeit, im eigenen Garten einen Komposthaufen anzulegen, nutzt fast jeder Gärtner. Organische Abfälle, seien es Obst- und Gemüsereste, oder auch verwelktes Pflanzenmaterial können so entsorgt und gleichzeitig genutzt werden. Durch ständige Sauerstoffzufuhr wird der Abbau des Naturabfalls eingeleitet und nach ein paar Monaten haben Sie nährstoffreiche Komposterde.

Ihr Komposthaufen – ein Mikro-Biotop

Wussten Sie, dass Ihr unscheinbarer Komposthaufen unterschiedlichsten Lebewesen ein Habitat bietet? Sicherlich ist Ihnen der ein oder andere Käfer oder Regenwurm bereits beim Unterheben auf die Schüppe gegangen. Jedoch gibt es noch viel kleinere, unsichtbare Helfer, die den organischen Müll umwandeln. Auch Mikroorganismen, zum Beispiel Pilze und Bakterien, befinden sich in der Kompostmasse. Die Bewohner des Komposts zersetzen die natürlichen Abfälle, indem sie diese als Nahrung aufnehmen und umgewandelt wieder ausscheiden. Diese physikalisch-chemischen Prozesse sorgen schließlich dafür, dass aus den unterschiedlichen natürlichen Abfällen eine einheitliche, erdähnliche Masse wird.

Der 4-Schichten-KompostKompost1

Um richtig zu kompostieren, sollte man sich bewusst machen, dass eine Kompostanlage aus vier Schichten besteht. Die erste, oberste Schicht besteht aus den zuletzt hinzugefügten Abfällen. Zu Anfang erkennen Sie noch, was Sie zuletzt in Ihrem Komposter entsorgt haben. Jedoch nehmen Pilze und Bakterien schnell ihre Arbeit auf und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Abbau beginnt und eine Temperaturerhöhung miteinhergeht.
Unter der oberen Schicht geht der Abbau schneller voran. Der dadurch begünstigte Wärmeanstieg bis 65°C sorgt dafür, dass sich die Mikroorganismen rasch vermehren. Hierbei zersetzen die unsichtbaren „Arbeiter“ zunächst Stärke, Eiweiße, Zuckerarten und im Anschluss Zellulose. Das Resultat: Die Mikroorganismen scheiden Kohlenstoffdioxid, Wasser und Ammoniak aus und kurbeln damit den Abbau weiter an.
In der darunter liegenden Schicht ist die Kompostmasse bereits eine einheitliche braune Krümelmasse. Die Temperatur ist bereits geringer als in der darüber befindlichen Schicht – ein Zeichen, dass hier so gut wie alles abgebaut ist, was abbaubar ist. Neben Mikroorganismen finden sich nun auch etwas größere Lebewesen im Kompost. Der ein oder andere Rote Kompostwurm und Mistkäfer hilft nun beim Abbau mit.

Kompostieren mit fleißigen Bewohnern

In der untersten Schicht ist die Masse deutlich abgekühlt. Zunehmend finden Bodentiere Ihren neuen Lebensraum. Neben dem Roten Kompostwurm, tummeln sich Asseln und Co. In der krümeligen Masse. Bereits nach 6 bis 8 Wochen können Sie die unten liegende Kompostmasse als Düngematerial benutzen. Falls Sie die Komposterde zur Pflanzenanzucht nutzen möchten, sollten Sie jedoch vorher die Qualität checken. Dies können Sie problemlos zuhause mit dem Kressetest durchführen. Kresse verhält sich nämlich wie ein Indikator, wenn es um die Bestimmung der Pflanzenverträglichkeit geht. Wir zeigen Ihnen, wie´s geht.

Qualitätskontrolle – Der Kressetest

Legen Sie in einem ausrangierten Einmachglas eine Schicht der Komposterde an. Eine Höhe von circa sechs cm ist empfohlen. Streuen Sie nun einige Kressesamen auf die Kompostschicht und gießen Sie sie vorsichtig an. Verschließen Sie nun das Glas mit dem Deckel. Sie haben keinen Deckel? Klarsichtfolie und ein Gummiband reichen auch als Verschluss.
Nach wenigen Tagen sprießen die ersten Keimlinge. Sobald sie eine Höhe von ungefähr zwei cm haben, können Sie die Abdeckung entfernen. Sind sie gesund und grün gefärbt, können Sie die Komposterde bereits problemlos für Ihre Anzucht benutzen. Sind die kleinen Pflänzchen jedoch gelblich und verkümmert: Finger weg! Lagern Sie die Kompostmasse noch mal einige Wochen ab, sodass sich daraus ein Reifekompost entwickelt. Checken Sie erneut mit dem Kressetest die Qualität. So sind Sie auf der sicheren Seite und Ihre Anzucht wird nicht bereits vorab negativ beeinflusst.

Der richtige Komposter

Kompostieren lässt es sich am besten in einem geschlossenen Thermo- oder Schnellkomposter. In unserem Shop finden Sie >> zahlreiche Angebote. Diese schützen den Kompost vor äußeren Einflüssen,  zum Beispiel zu viel Feuchtigkeit oder zu starke Sonneneinwirkung, und gewährleistet die nötige Belüftung. Wird die Luftzufuhr verhindert, faulen die gesammelten organischen Abfälle und das Kompostieren schlägt somit fehl. Da Abfälle aus Küchen und Garten meist über einen Wassergehalt von weit mehr als 60 Prozent verfügen, ist es für die Materialzersetzung notwendig, dass frische Luft herein und Kompostdämpfe heraus können. Nur so verhindern Sie die Bildung von Fäulnisbakterien und eine damit verbundene unangenehme Geruchsbildung.

Wichtig ist, dass die Kompostmasse Kontakt zum Erdboden hat. So kann auch über den Boden Feuchtigkeit ausgeleitet werden, was beispielsweise bei Asphalt nicht problemlos möglich wäre. Gleichzeitig ist der Zugang für helfende Lebewesen möglich. Worauf Sie jedoch achten sollten ist, Nagern den Eintritt über den Boden zu verwehren. Falls Sie nicht über ein solches Schutzgitter verfügen, rüsten Sie nach. So erschrecken Sie nicht beim nächsten Unterheben des Komposts, wenn sie auf eine eingenistete Mäusefamilie stoßen.

Bringen Sie Bewegung in den Kompost

Zunehmend reduziert sich die Masse in Ihrem Komposter. Das Material vermischt sich immer mehr und setzt sich durch den Abbauprozess. Nach circa 6 bis 8 Wochen sollten Sie den Kompost das erste Mal umsetzen. Typische Komposter haben Türen oder eine zu öffnende Wand. Hier können Sie das Material entnehmen und im Anschluss die Masse mit einer Schaufel neu mischen. Gleichzeitig können Sie neue Küchen- und Gartenabfälle einarbeiten. So wird das Kompostieren aufs Neue angekurbelt. Abhilfe verschaffen innovative Kompostsysteme, die sich durch Rollen bewegen lassen, beispielsweise der patentierte ECOmposter. Ein zusätzliches kraftraubendes Unterheben wird hierbei unnötig.

Tipp: Ihr Kompost und seine Bewohner mögen Gartenschnittabfälle. Wenn Sie die Abfälle zuvor häckseln, können Sie den Kompostierungsvorgang außerdem ankurbeln und die Masse besser unterheben. Zusätzlich sollte Rasenschnitt immer getrocknet sein, bevor Sie ihn Ihrem Kompost hinzufügen. Feuchter Rasenschnitt wirkt wie eine isolierende Schicht auf der Kompostmasse und verursacht so ungewollte Schimmelbildung.

Für Hobbygärtner und Gartenliebhaber ist ein Komposthaufen ein Muss. So bleibt nicht nur der natürliche Kreislauf erhalten, Sie können Ihre Küchen- und Gartenabfälle auch noch effektiv nutzen und Anzuchterde selbst herstellen. Ein Geben und Nehmen mit der Natur.
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Über Dirk

Dirk

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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