Tomaten – Pflege und Ausgeizen der leckeren Sommerfrüchtchen

Auch wenn Sie das ganze Jahr über Tomaten im Supermarkt kaufen können, das Aroma der Tomaten aus dem eigenen Garten bleibt unerreicht. Wenn Sie Ihren Garten nicht im ersten Jahr bewirtschaften, werden Sie schon erlebt haben, dass die Natur nicht wirklich berechenbar ist: Das Wetter macht gärtnerischen Bemühungen manchmal einen unübersehbaren Strich durch die Rechnung, besonders bei der Kultivierung von Tomaten.

Tomaten-“Geiz” und Pflegetipps für eine reiche Ernte

Tomatenpflanzen können Sie selbst aus Samen ziehen, besonders alte und seltene Sorten werden Sie nur als Saatgut bekommen. Ab Anfang März ist die richtige Zeit dafür und eine sonnige, warme Fensterbank ist der richtige Ort für die Anzucht der Pflänzchen. Bevor die Eisheiligen vorbei sind, sollten Sie die Tomaten allerdings nicht ungeschützt ins Freiland setzen. Sie sind sehr frostempfindlich. Bei milden Wetterlagen reicht es meist aus, sie nachts abzudecken. Bitte nicht vergessen, die Folie am Morgen zu entfernen. Kondenswasser tut Tomaten nicht gut.

Die Tomate – ein (sonnen)hungriges Pflänzchen

Tomatenpflanzen sind anspruchsvolle Gewächse: Sie brauchen nährstoffreiche Bodenverhältnisse, viel Sonne und Wasser. Verteilen Sie nach der Bodenvorbereitung 3 – 5 Liter reifen Kompost pro Quadratmeter um die Pflanzen herum. Damit ist die grundsätzliche Nährstoffversorgung Ihrer Tomatenkolonie gesichert und die Bodenstruktur wird verbessert. Gaben von kaliumreichem Tomatendünger im Gießwasser alle 2 Wochen optimieren zusätzlich die Nährstoffsituation. Setzen Sie die Tomatenpflanzen so in die Erde, dass über dem Wurzelballen noch etwa 5 Zentimeter Erde liegen. Die Pflanze bildet so am Stängelende zusätzliche Wurzeln. Dadurch erhöht sich die Nährstoff- und Wasseraufnahme. Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Tomatenpflanzen nie ganz austrocknen, sonst platzen die Früchte. Wässern Sie möglichst morgens und vermeiden Sie, das Blattwerk zu benetzen (Tomatenkrankheiten). Ist die Pflanze kräftiger, entfernen Sie vorsichtshalber die unteren Blätter. Wenn Sie Ihren Tomatenpflanzen Gutes tun möchten, geben Sie in Abständen dem Gießwasser Brennnessel- und/oder Beinwelljauche bei. Empfehlenswert: jährlich den Standort des Tomatenbeetes wechseln. Bodenschädlinge und Erreger aus dem letzten Jahr haben so weniger Chancen, Ihre Tomaten gleich wieder zu besiedeln.

Nachbarschaftliche Verhältnisse

Gutnachbarliche Beziehungen unterhalten Tomaten beispielsweise mit Radieschen und Möhren, mit Spinat und allen Kohlgewächsen. Mit Fenchel, Erbsen und Kartoffeln hingegen stehen Tomaten nicht so gern auf “Du und Du”.

Tomaten ausgeizen – warum und wie geht das?

TomatenTomatenpflanzen wachsen in alle Richtungen, wenn Sie nichts dagegen unternehmen, und bilden dann ein fast undurchdringliches Gewirr an Blättern und Früchten. Das erschwert nicht nur die Ernte, sondern auch das Gießen, denn Sie kommen nicht mehr an das Erdreich um die Pflanze heran, ohne die Blätter zu benetzen. Außerdem bilden sich viele kleine Früchte, die häufig nicht reif werden. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie die Triebe in den Blattachseln herausknipsen (ausgeizen). Wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich um einen Fruchtansatz oder ein Blatt handelt, lassen Sie den Trieb einfach einige Tage wachsen, und entfernen ihn erst dann. Auf diese Weise erzielen Sie einen Pflanzenwuchs, der sich problemlos an der – unbedingt erforderlichen – Rankhilfe fixieren lässt (Strauchtomaten brauchen übrigens keine Rankhilfe). Sehr praktisch sind spiralförmige Rankhilfen aus Metall. Betten Sie die Triebe von Anfang an und fortlaufend in die Spiralen ein.

Braun- und Krautfäule und andere Übeltäter – die Schrecken jeden Gärtners

Bilden sich – meist zuerst auf den Früchten – eingefallene, harte braune Flecken, können Sie Ihre Tomatenernte zumeist vergessen. Der Braun- und Krautfäule werden Sie kaum Einhalt gebieten können. Die Stellen greifen über auf das Blattwerk, oft auch auf die Stiele. Die Früchte werden ungenießbar. Verursacht wird diese Krankheit durch Pilze, deren Wachstum durch Feuchtigkeit auf den Blättern unterstützt wird. Feuchtigkeit und Wärme sind förderliche Indikatoren für die Ausbreitung von Pilzen. Und einmal aufgetaucht verbreiten sie sich. Sie sollten daher auf einen ausreichenden Abstand zwischen den Pflanzen achten (50 Zentimeter sollte er mindestens betragen) und dafür sorgen, dass Ihre Tomaten ein Dach über dem Kopf haben. Ein Tomatengewächshaus leistet hier gute Dienste. Sie können jedoch auch mit wenig Aufwand und etwas Geschick aus ein paar Latten ein schützendes Gerüst mit drei geschlossenen Wänden um Ihre Tomaten herumbauen und das Gerüst mit transparenter Folie überziehen, damit die Pflanzen vor Regen geschützt sind. Achten Sie bitte darauf, dass die offene Seite Ihres Tomatenschutzes nicht zur Wetterseite zeigt.

Noch andere Tomatenkrankheiten können Ihre Pflanzen heimsuchen. Beispielsweise Grauschimmel, echter Mehltau oder die Dürrfleckenkrankheit. Hier handelt es sich ebenfalls um Pilze. Als grundsätzliche Vorsichtsmaßnahme sollten Sie die Rankhilfen des letzten Jahres mit Brennspiritus abreiben, bevor sie wieder genutzt werden.

Zum guten Schluss, weil natürlich die diesjährige Tomatenernte aufgrund Ihrer Maßnahmen üppig ausfallen wird, noch ein einfaches, aber schmackhaftes Rezept für eine Tomatensoße, die Sie in Gläser abgefüllt, als schnell bereitetes Schmäckchen, beispielsweise für Nudeln, verwenden können:

Würzige Tomatensoße

Zutaten:

  • 500 g Tomaten gehäutet und zerdrückt oder püriert
  • 1 Zwiebel, klein gehackt
  • 2 mittelgroße Knoblauchzehen, klein gehackt
  • 1 TL Oregano
  • 1 EL Majoran
  • Pfeffer, Paprika, Salz nach Geschmack (Richtwert 1/2 – 1 TL)
  • Etwas Zucker

Zwiebel und Knoblauch braten Sie in etwas Öl oder Butter an, dann geben Sie die übrigen Zutaten dazu und lassen sie aufkochen und etwa 5 Minuten köcheln: In saubere Gläser füllen, zuschrauben und fertig ist Ihr Soßenvorrat für Pasta und Co. Guten Appetit wünscht GartenXXL!

(1760)

Beitrag jetzt teilen

Kommentar verfassen

Datenschutzerklärung

Über Jörn

Jörn

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

Alle Beiträge von Jörn

Finde uns auf Facebook

GartenXXL Produktvideos