Überraschend leicht zu kultivieren – Exoten für Ihren Garten

Die meisten Deutschen sind offen für Interessantes aus fremden Kulturen. Vieles aus anderen Kulturkreisen gehört schon zum deutschen “Alltags-Inventar”. Kulinarisch befindet sich beispielsweise die deutsche Küche in vielen Gegenden schon fast in der Minderheit. Gärtner hingegen sind häufig recht bodenständig: Kultiviert wird Bekanntes und Beliebtes. Aber es ist wie mit den Kirschen in Nachbars Garten: auch fremde Früchtchen können köstlich schmecken!

Köstliche Exoten: Pepino – die Melonenbirne oder Birnenmelone

Groß wie eine Birne, aber in Melonenform, schmecken Melonenbirnen >>Melonenbirnen wie ihr Name: birnen-melonenartig. Auf der goldgelben Grundfarbe der Frucht prangen lila Streifen. Sie misst ca. 10 bis 20 cm. Ursprünglich sind diese Exoten in Südamerika beheimatet. Dort werden sie bis heute angebaut. Das Nachtschattengewächs lässt sich jedoch auch hierzulande problemlos kultivieren, wenn Sie Folgendes beachten:

  • Optimal als Topfkultur im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon zu kultivieren, buschiger Wuchs – bis zu einem Meter hoch.
  • Frostempfindlich! Erst nach den Eisheiligen ins Freie bringen!
  • Sonne und Wärme mag sie sehr.
  • Die Erde sollte locker und humusreich sein. Vorsicht mit Dünger – er fördert nur das Blattwachstum.
  • Für reiche Ernte: Geizen Sie die Seitentriebe der Pflanze aus – wie bei Tomaten,
  • regelmäßig und kräftig >>wässern .
  • Vor dem ersten Frost (September) ins Winterquartier (deshalb Topfkultur empfehlenswert) bringen.
  • Überwintern: hell, ca. 15 °C, mäßig gießen, Früchte reifen weiter.
  • Vermehrung: durch Samen oder problemlos durch Stecklinge (10 cm lang): 4 cm tief in feuchte Erde oder Wasser einsetzen.

Übrigens: Birnenmelonen sind reif, wenn sie bei Druck etwas nachgeben.

Exotische Fledermauslilie oder Thailändische Teufelsblüte

Dieses Gewächs bringt eine wahrlich gruselige Optik in Ihren Zimmerpflanzenreigen: Sie hat große grüne Blätter und entfaltet – hierzulande eher zum Sommerende hin – dunkelbraune, fast schwarze Blüten. Von den großen Hochblättern fallen lange dünne Fäden herab – fast wie Schnurrbarthaare. In der Mitte sitzt die eigentliche, gestielte Blüte. Glücklicherweise riecht sie nicht so, wie sie aussieht. Sie erreicht eine Höhe von etwa 80 bis 120 cm. Beheimatet ist diese Exotin u. a. in Nordostindien, Thailand, auf Sumatra und Borneo. Sie können lange Freude an ihr haben, wenn Sie einige Hinweise beachten. Die Fledermauslilie können Sie aus im Handel erhältlichem Saatgut ziehen:

  • Aussaat: Die optimale Temperatur liegt bei 25 bis 30 °C mit hoher Luftfeuchte, meist klappt es aber auch bei normaler Zimmertemperatur.
  • Bedecken Sie die Samen leicht mit Erde.
  • Die Teufelsblüte ist “sonnenscheu” – stellen Sie sie bitte niemals direkt in die Sonne, halbschattig mag sie es am liebsten.
  • Im Sommer braucht sie regelmäßig Wasser.
  • Im späten Winter welken die Blätter: kein Grund zur Sorge! Im Frühjahr treibt sie wieder aus.
  • Während der Ruheperiode trocken halten.

Der “Dritte im Bunde”: Affenbrotbaum oder Baobab

Aus Madagaskar, Tansania und dem Senegal kommend ist der Affenbrotbaum karge Böden und Trockenheit gewohnt. Seine großen Früchte sind sehr nahrhaft und enthalten viel Vitamin C und Eisen. Er hat große weiße Blüten und wirft in der “Trockenzeit” die Blätter ab. Der Affenbrotbaum ist recht pflegeleicht. Als Afrikaner liebt er die Sonne und sollte nicht bei kühleren Temperaturen als 15 °C stehen. Seine Anzucht aus Samen gestaltet sich allerdings etwas “experimentell”:

  • Lassen Sie die Samen vorquellen.
  • Samen in feucht-warme Erde geben – Keimung dauert etwa 3 bis 7 Wochen.
  • Für die Wurzelbildung braucht der Affenbrotbaum nochmals ca. 4 bis 6 Wochen.
  • Erst dann ist oberirdisch ein Wachstum sichtbar – er wächst jedoch recht schnell.
  • Jungpflanzen feucht halten, später hält das Bäumchen Trockenheit gut aus.

Exoten hierzulande zu kultivieren, ist nicht so schwierig, wie man denken könnte – viel Freude dabei!

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Jörn

Nach langjähriger Erfahrung im Einkauf und Vertrieb von Garten- und Baumarktprodukten, weiß ich, wo der Hammer hängt. Dabei suche ich nicht nur neue Produkte für den Gartenbereich, sondern mache mir in meinem Garten auch selbst gern die Hände schmutzig, um Hecke und Co. den optimalen Schnitt zu verpassen. Ob Vertikutieren, Mähen oder Gartenhaus aufbauen – ich bin der Mann fürs Grobe.

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