Was der Gärtnermeister schon früher wusste, Tipp und Tricks

Erfahrung macht klug, das wussten schon unsere Großeltern und es gilt auch für unsere Gärten. Manches Wissen gerät jedoch immer mehr in Vergessenheit. Hier wollen wir Ihnen einige in Vergessenheit geratene Ratschläge mit auf den Weg geben.

Heilkraft aus der Natur

Die Heilkraft aus der Natur ist ein Geschenk und für jeden erschwinglich. Kleinere Wehwehchen und Krankheiten lassen sich mit der Kraft aus der Natur lindern oder sogar heilen.

Eine sehr bekannte Pflanze auf diesem Gebiet ist Arnika. So lässt sich eine Tinktur aus Arnika ansetzen und zur äußerlichen Anwendung bei Prellungen und stumpfen Verletzungen benutzen.

Rezept:

  • 30 Gramm Arnikablüten
  • 200 ml Alkohol (Wodka oder Weingeist)

Füllen Sie Arnikablüten mit dem Alkohol in ein verschließbares Glas und lassen Sie dieses 2 bis 3 Wochen an einem warmen, hellen Ort stehen. Öfter schütteln!

Danach wird die Mischung abgeseiht und in dunkele Glasflaschen gefüllt. Bevor Sie die Tinktur anwenden können, sollte diese noch einmal 10 Tage ziehen.

Aber auch viele andere Pflanzen können unser Wohlbefinden durch Gerüche oder Geschmack steigern. Interessante Informationen hierzu finden Sie in diesem Beitrag “In Kräuteröl und Kräuterkissen das Aroma des Sommers einfangen”

Kaffeesatz

Der Kaffeesatz wurde früher nicht dem Kompost zugeführt, sondern kam ins Pflanzbeet, natürlich nur an die Pflanzen, die einen sauren Boden mochten, wie Rhododendron oder Hortensien. Kaffeesatz ist stickstoffhaltig und hat einen sauren pH Wert, also der richtige Dünger für Moorbeetpflanzen. Große Mengen Kaffeesatz lockern schwere Böden und verbessern sandige. Auch Ameisen sollen durch seinen Geruch vertrieben werden.

Milch gegen Mehltau

Hier wurde mit Wasser verdünnte Frischmilch (1:8) alle zwei Tage auf die betroffenen Pflanzen gespritzt, um den Pilz zu bekämpfen.

Auch Smoothies waren früher schon bekannt, damals wurden sie nur „Kräutermilch“ genannt.

Einige Esslöffel Kräuter, wie zum Beispiel Dill, Petersilie, Kerbel oder Minze wurden fein püriert und mit Milch aufgefüllt. Auch Obst oder Gemüse wurden so verarbeitet.

Tontöpfe

Tontöpfe waren und sind immer noch beliebt. Sie halten die Erde lange feucht und sind widerstandsfähig.  Gegen Kalkablagerungen, die sich an der Außenwand bilden können, hilft ein Gemisch aus Essigessenz oder Zitronensaft und Wasser (1:20). In dieser Mischung werden die Töpfe über Nacht eingeweicht, sodass der Belag am nächsten Tag mit einer Bürste abgebürstet werden kann.

Unkrautbekämpfung ohne Chemie

Auch Früher schon waren Wurzelunkräuter unliebsame Gäste im Blumen- und Gemüsebeet. Um diese zu unterdrücken, zupfte man Quecke, wenn sie „handhoch“ war, um die Wurzeln zu schwächen.

Giersch wurde durch die Aussaat von Kapuzinerkresse unterdrückt. Natürlich waren die Beete durch diese Maßnahmen nicht unkrautfrei, aber der Wuchs und die Ausbreitung wurden eingedämmt.

Zudem wurde Giersch geerntet, um aus seinen Blättern Limonade herzustellen.

Rezept Giersch Limonade:

  • 1 Handvoll Giersch Blätter
  • 1 Zitrone
  • 1 Liter Apfelsaft
  • Mineralwasser (nach Belieben)

Blätter klein hacken oder zerquetschen. Blätter, Apfelsaft und gequetschte Zitronenscheiben in einen Krug geben, ca. 1 stunde ziehen lassen, nach Belieben mit Wasser auffüllen und trinken.

Für einen intensiveren Geschmack können auch Zitronenmelisse oder Minze zugeführt werden.

Tipps für eine reiche Ernte

Auf eine gute Ernte, von selbst gezogenem Gemüse, wurde viel Wert gelegt. So prüfte man im Vorhinein, ob die Samen noch keimfähig waren. Hierfür wurden die Körner in Wasser gelegt. Schwammen sie oben, waren sie vermutlich ausgetrocknet; sanken sie, war alles OK.

Große hartschalige Saatkörner, wie Bohnen, wurden einige Tage zum vorquellen ins Wasser gelegt, um die Keimung zu beschleunigen.

Die Kartoffel war ein wichtiges Nahrungsmittel für Mensch und Tier, weshalb auch hier auf  optimale Wuchsbedingungen geachtet wurde. Zum Legen von Kartoffeln sollte der Boden eine Temperatur von min. 9 C° Grad haben. Diese Temperaturen sind in der Regel Anfang April erreicht. Bei Gebieten mit Spätfrösten wurden die Kartoffeln an einem hellen, kühlen Ort vorgekeimt. Um das Wurzelwachstum der Kartoffel anzuregen, bespritzte man sie eine Woche vor dem Legen mit Wasser, was den Anwachsprozess im Beet beschleunigte.

Um Fäulnis und vorzeitige Keimung vorzubeugen, wurden sie nach der Ernte max. 70 cm hoch in eine hölzerne Kiste aufgestapelt und an einen dunklen, kühlen Ort gestellt.

Interessante Tipps zu Gemüseanbau und Schädlingsbekämpfung finden Sie in weiteren Beiträgen in unserem Ratgeber, schauen Sie mal rein.

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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