Wespen – Nützlinge mit Schattenseite

Garten

Insekten werden gemeinhin in Nützlinge und Schädlinge eingeteilt. Und dann gibt es Insekten wie Wespen, die sowohl ausgesprochene Nützlinge sind als auch teilweise unangenehm auffallen. Vor allem im Sommer fallen einige Wespen über Getränke und Speisen her. Dabei wird kein Unterschied gemacht, ob etwas Süßes wie Kuchen oder Herzhaftes wie Fleisch auf dem Teller liegt. Doch nicht jede Wespe wird im Garten zum Ärgernis.

Steckbrief Wespe

Die meisten der weit über 10.000 Wespenarten werden neun bis 14 Millimeter groß, sind zwischen Kopf und Mittelkörper verengt (“Wespentaille”) und warnend gelb-schwarz gestreift. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in ihrer Lebensweise und im Körperbau. So gibt es auch rötliche Wespen, Hornissen, die größten Vertreter der Wespen, Staaten bildende Kurzkopf- und Langkopfwespen, Einzelgänger und “Kuckucks-Wespen”, die ihre Eier in andere Wespennester legen. Von allen Wespenarten werden nur zwei Staaten bildende Kurzkopfwespen im Garten als lästig empfunden: die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe.

Das Wespennest

Ein Nest einer Staaten bildenden Wespe kann bis zu 12.000 Tiere umfassen und fällt meistens erst auf, wenn der Wespenstaat sein Maximum erreicht hat. Als Nistplatz wird ein trockener, nicht direkt besonnter Platz in Sträuchern, Bäumen oder in Hohlräumen wie Baumhöhlen, bevorzugt. Sollten Sie ein grau- oder ockerfarbenes, konisch zulaufendes, symmetrisch geformtes, papierartiges Wespennest in Ihrem Garten, Gartenhaus, Jalousiekasten, unter Vorsprüngen oder auf Ihrem Dachboden entdecken, können Sie dieses im Frühjahr gefahrlos entfernen und über Biomüll oder Kompost entsorgen, da ein Nest nur eine Saison lang bewohnt und als Überwinterungsplatz für andere Insekten wie Florfliegen, genutzt wird. Trotzdem kann sich eine neue Königin für den gleichen Standort interessieren. Um das zu vermeiden, müssen Sie alle Zugänge vor dem Frühjahr abdichten.

Sicherheitshinweise: Halten Sie mindestens drei Meter Abstand zum Nest und versperren Sie nicht die Flugbahn. Laufen Sie nicht barfuß und halten Sie keinen Wasserstrahl auf das Nest. Mit Fliegengittern verhindern Sie, dass sich ein ungewünschter Gast ins Haus verirrt.

Der Nützling Wespe

Wespen verfüttern das Muskelfleisch von Mücken, Fliegen, Spinnen, Heuschrecken und anderen Insekten als proteinreiche Nahrung an die Larven. Ein großer Hornissen- oder Wespenstaat benötigt so täglich bis zu 500 Gramm Insekten. Wespen sind geschickte und flinke Jäger, die im Flug, durch Anschleichen, Springen oder im Laufen ihre Beute erlegen und diese abhängig von Entfernung und Gewicht zum Nest tragen oder fliegen. Ausgewachsene Exemplare ernähren sich von Fruchtzucker und Nektar sowie von Braunwurz, Doldengewächsen, Thymian und Efeu. Als Bestäuber nehmen Wespen aber lediglich eine Nebenrolle ein. Blattläuse sind die bevorzugten Beutetiere, die an die Larven verfüttert werden und deren süßliche Ausscheidungen als Nahrung dienen. Dieser vielfältige Speiseplan erklärt, warum sich Wespen sowohl an der Kaffeetafel als auch beim Grillen einfinden.

Viele Arten stehen auf der Roten Liste, alle sind aber durch das Bundesnaturschutzgesetz vor Nestzerstörung und Tötung geschützt. Ein Wespennest dürfen Sie ausschließlich mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde entfernen oder umsiedeln, was ohnehin ein Fachmann übernehmen sollte. Die Entfernung nehmen Sie am besten sehr früh morgens in ausreichender Schutzkleidung mit >>Bayer Wespen-Schaum vor. Der Schaum mit Langzeitschutz breitet sich im Nest aus, tötet alle Larven und im Nest befindlichen und später hineinfliegenden Wespen. Ein Nest, das keine Gefahr darstellt, sollten Sie aber belassen.

Zu Tisch ohne Wespen

Oberstes Gebot für Mahlzeiten und Partys im Freien: Führen Sie Wespen nicht in Versuchung und decken Sie Ihre Speisen und Getränke ab. Zum Trinken sollten Sie Trinkhalme nutzen, so können Wespen nicht mitgetrunken werden, was bei einem Stich in der Speiseröhre lebensgefährlich werden kann. Bunte Kleidung sowie stark duftende Parfüms und Cremes locken ebenfalls Wespen an. Bei Wespenbefall haben sich Wespenfallen bewährt, die Sie mit Fruchtsaft befüllen. Konstruktionsbedingt können Wespen und andere Insekten zwar in solche Fallen fliegen, aber ihr nicht mehr entfliehen. Diese cleveren Insekten können Sie daneben durch gezielte Fütterung mit Weintrauben oder anderem Obst abseits Ihres Gartentisches so trainieren, dass Ihr Gartentisch größtenteils von Wespen verschont bleibt. Ein paar Basilikumsträußchen und halbierte, mit Nelken gespickte Zitronen sowie ein paar Tropfen Teebaumöl auf der Kleidung und Insektenschutzmittel auf der Haut verbreiten Gerüche, die Wespen nicht mögen.

Erste Hilfe beim Wespenstich

Wespen sind von Natur aus friedliche Tiere, die nur angreifen, wenn ihre Brut in Gefahr ist, sie sich durch schnelle Bewegungen oder durch Anpusten (der hohe Kohlenstoffdioxidgehalt löst Panik aus) bedroht fühlen. Schlagen Sie daher nicht nach einer Wespe, sondern bewahren Sie Ruhe oder nehmen Sie eine Zeitung und schieben Sie die Wespe damit langsam weg. Sollte es dennoch zum Wespenstich kommen, dürfen Sie diesen nur kühlen und mit einem speziellen Mittel gegen Insektenstiche behandeln. Problematisch werden Wespen für Allergiker, die mit Schwellungen bis Atemnot auf einen Wespenstich reagieren können und sofort einen Notarzt benötigen. Wespen verlieren, anders als Bienen, nicht Ihren Stachel nach einem Stich.

Lebenszyklus einer Wespe

Wespen kommen in der Regel zwischen Mai und Oktober im Garten vor. Jedes Jahr gründet eine Jungkönigin, die als einzige Wespe überwintert, einen neuen Staat. Ab etwa Anfang Mai sucht die Königin einen geeigneten Nistplatz und beginnt mit dem Nestbau. Die ersten Larven versorgt die Königin selbst, bis die Arbeiterinnen geschlüpft sind und die weitere Larvenaufzucht übernehmen. Von da an ist die Königin nur noch mit der Eiablage beschäftigt, bis im Hochsommer die Wespenpopulation ihren Höchststand erreicht und zwischen Juni und August die Männchen und Jungköniginnen aufgezogen werden. Danach gehen die Arbeiterinnen ausschließlich der Nahrungssuche nach, weshalb Wespen dann besonders lästig werden.

Das allmählich abnehmende Nahrungsangebot im Spätsommer lockt die Wespen zum Fallobst, das Sie täglich auflesen sollten und zum gedeckten Gartentisch. Wenn es kälter wird, sterben alle Wespen bis auf die befruchteten Jungköniginnen, die das Nest verlassen und sich ein Winterquartier in Holzritzen, Totholz oder in Erdlöchern suchen. Weitere hilfreiche Vertreibungsmittel finden Sie bei >>GartenXXL, Ihren Fachhändler für alles rund um den Garten.

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3 Kommentare

  1. Avatar
    Betty
    - 17. April 2014
      -   Antworten

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Wespen jedes Jahr aggressiver werden…bloßes Abdecken meiner Getränke hat da letztes Jahr leider nicht mehr viel geholfen 🙁 Trotzdem finde ich sie ganz faszinierend, auch gerade weil sie ihre nützlichen Seiten haben.

  2. Avatar
    Gertrude
    - 14. Januar 2016
      -   Antworten

    Wespen können schon sehr aufdringlich sein. Beim gemütlichen Nachmittag im Garten fühlt man sich schon mal etwas genervt statt entspannt. Aber wenn das Essen fortgeräumt ist, lockt auch nichts mehr die Viecher an, so dass man seine Ruhe hat. Wenn abends die Mücken raus kommen, ist es damit dann vorbei. 🙂

  3. Avatar
    Elke Franceschini
    - 5. August 2018
      -   Antworten

    Um Wespen zu verscheuchen Kaffepulver in einer Schale anzünden. Hilft auch gegen Mücken ☺

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Über Petra Diehl

Petra Diehl

Wenn der Buxus eingeht oder die Buche nicht wie gewünscht gedeiht, stehe ich als Gärtnerin mit Rat und Tat zur Seite. Die Liebe zu Pflanzen und allgemein zur Gartengestaltung habe ich relativ früh entdeckt, ganz klassisch im Garten meiner Großmutter. Meine Affinität zu Flora und Fauna entwickelte sich entsprechend weiter und so machte ich nach Ende der Schulzeit meine Passion zu meinem Beruf. Ich freue mich hier auf einen regen Austausch mit anderen Gartenliebhabern, egal ob zum Thema Pflanzenpflege oder Garten- und Terrassengestaltung.

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